Ich bin ein schlechter Deutscher


Ich geb´s zu:

Ich bin ein schlechter Deutscher.

Ich hab nen Job mit einem Arbeitspensum,
von dem man auch zwei Vollzeitstellen füllen könnte.

Ein Arbeitsloser mehr auf dem Arbeitsmarkt.

Aufgrund der Tatsache, dass dieses Arbeitspensum auch zu viel meiner Tagesfreizeit auffrisst, hab ich zu wenig Zeit, die schwer erarbeitete Kohle (die logischerweise nicht zwei vollständigen Gehältern entspricht, aber für ein normales Gehalt durchaus vermutlich als „überdurchschnittlich“ bezeichnet werden kann), auch wieder auszugeben. Es bleibt am Monatsende tatsächlich noch was übrig.

Zu wenig die Konjunktur angekurbelt.

Als kinderloses, verpartnertes Pärchen mit stark unterschiedlichem Gehalt auch noch die Steuerklassen 3/5 gewählt.

Böse!

Dabei war doch dieses Steuerklassenmodell gerade für die-Vater-Mutter-Kind-Kombi der alten Fünfziger gedacht!

Wo bleibt denn da die Solidarisierung mit der Gesellschaft?

Den Zweitwohnsitz vom Göttergatten setzen wir, weil beruflich bedingt, auch noch von der Steuer ab.

Sozialschmarotzer.

Meine regelmässigen Fahrten nach Düsseldorf erledige ich mit dem Dienstwagen und der DKV Tankkarte nicht unbedingt als langsam-fahrendes-Verkehrshindernis (mit der Versteuerung nach der 1%-Regelung ist ja auch der Privatgebrauch abgegolten).

Umweltschwein.

Als „Nicht-Mehr-Zwanzigjähriger“ trag ich auch nicht mehr jedes Wochenende das sauer verdiente Geld in die gastronomischen Tanzeinrichtungen der Stadt, sondern mag es auch mal ab und zu, vor dem Fernseher Samstagabend dahin zu vegetieren.

Als GEZ-Zahler darf ich das auch.

OK, der Post vor zwei Tagen suggeriert womöglich was anderes, aber das war der Stuttgarter Wasen und der muss nu mal zweimal im Jahr sein!
Heute abend geht’s auch wieder ans Stärken der heimischen Gastronomie, aber wohl auch wieder was irgendwie was Asiatisches.

Anyway

Die meiste Kohle „am Stück“ geb ich wohl bei Urlauben aus… und den machen wir dann auch eher selten bis gar nicht, in Deutschland, sondern tragen das Geld ins Ausland.
Böse: Meist selber zusammen gebucht im Netz und nicht im Reisebüro. In der Regel auch noch. ausländische Fluglinien (Ausnahme mit Germanwings letztes Jahr nach Spanien).

So langsam sollten wir echt mal über unsere nächsten Urlaubspläne nachdenken!

Uns Schwuppen sagt man ja ab und zu nach, kaufkräftig und kaufgeil zu sein. Ist bei mir mit Sicherheit nicht der Fall. Es nervt mich einfach meistens nur. Aber irgendwann muss man ja mal.

Zeit, was an diesem unsolidarischen Handeln meinerseits zu ändern!

Vor Kurzem in der Innenstadt Schuhe gekauft, heute ne neue Jeans und ne Badehose.

Gut für

  • die Konjunktur (weil Geld in Umlauf gebracht),
  • die Region (weil nicht im Internet gekauft)
  • das Aussenhandelsdefizit (weil alles importiert)
  • mein äusseres Erscheinungsbild.

OK, ist natürlich immer noch schlecht, weil die Klamotten aus aller Herren Länder durch die Welt gebracht werden (selbst bei der Adidas Badehose vermisse ich den Verweis auf Herzogenaurach) und somit umweltpolitisch mir ein total schlechtes Gewissen machen.

Für die Region bin ich stellenweise wohl schon ein bisschen spät dran, wenn´s bei Karstadt in der Königsstrasse heute schon so aus sieht:

20150509_140205

Ich muss wohl realisieren, dass ich die Welt nicht allein retten kann 😦

Aber für´s Versuchen ist es nie zu spät:

www.aktion-deutschland-hilft.de

Veröffentlicht am 9. Mai 2015 in Allgemein und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Ich bin ein schlechter Deutscher.

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