Verkehrsmittel im Schwiegermutterland oder Didi, das Über-Uber

Auf meinem alten Blog aus den Jahren 2005 bis 2008, den es heute nicht mehr gibt, hab ich ja auch das eine oder andere Bild von der Verkehrssituation in China gezeichnet.

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Die von Katie Melua im Jahre 2005 besungenen „Nine Million Bicycles (in Beijing)“ gab es nach meinen Erfahrungen damals schon nicht mehr, und wenn, standen sie wohl alle irgendwo im Keller rum. Viel mehr war man motosisiert unterwegs. Zu meiner Überraschung, war ein Grossteil damals schon elektisch unterwegs. Wenn man sich heute in Chinas Grosststädten so umschaut, findet man zwar immer noch sehr viele Zwei- und Dreiräder, aber von denen haben so gut wie keine mehr Verbrennungsmotoren. Alles läuft geräusch- und abgaslos.

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Dies Jahr zum ersten Mal gesehen:

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An sehr vielen Punkten in den Großstädten werden neuerdings Fahhrräder verliehen! Die Vermietung läuft ganz normal mit der ÖPNV-Fahrkarte.
Die erste Stunde ist kostenlos, danach kostets grad mal 1 Yuan/Stunde (13 Cent).

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Der „normale“ Strassenverkehr ist immer noch geprägt von Staus´s und crazy Drivern.

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Daran wird sich wohl so schnell nichts ändern. Proportional gesehen hatte ich dies Jahr das Gefühl, dass der Anteil von Mittelklassewagen zugenommen hat. Aber immer noch gilt: Kenne kein weiteres Land, wo es so wichtig ist, nen grossen Wagen zu fahren. Big-SUV´s, 3,0, 4,0, 5,0 Maschine, Audi A-8 in der Langversion, Porsche Cayenne usw.. Selbst mit nem Ferrari scheint man nicht mehr wirklich aufzufallen. Geld spielt keine Rolle.

Für die meisten wird Geld dann wohl doch eine Rolle spielen. Und für die gibts immer noch den ÖPNV. Und der wird massiv ausgebaut. Seit Jahren schon (war ja damals 2006 bis 2007 extra dort hinbeordert für).
Mit dem Schnellzug von einer Millionenmetropole in die andere? Kein Problem!

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Hier sind wir von Hangzhou nach Shanghai in knapp einer Stunde (200km für ca. 10 Euro) unterwegs. Die Strecke wurde 2010 eröffnet und hat wohl bei 18 Monaten Bauzeit 3,2 Mrd. Euro gekostet (einen Vergleich mit Bauzeit und Kosten in Deutschland erspar ich mir hier jetzt mal fechgrinsend).

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Hey, warum sind die Bahnsteige so leer?!
Weil diese erst zehn Minuten vor Zugabfahrt betreten werden dürfen.

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Irgendwo muss man ja drängeln dürfen.
Drängeln kann man sich auch in der Metro.

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Vom Bahnsteig geschubst werden kann man dabei nicht. Die Metrosysteme in den grossen Städten sind gerade erst noch im Aufbau und am Wachsen. In Xi’an oder in Hangzhou gibt es gerade mal zwei bzw. drei richtige Linien, aber damit kommt man schon gut durch die ganze Stadt bzw. darüber hinaus von Süd nach Nord und von Ost nach West. Ich gehe mal davon aus, dass innerhalb der kommenden zehn Jahre sämtliche Städte komplett unterkellert sein werden.

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Immer wieder zu finden: Erinnerungen an das gute Verhalten im öffentlichen Lebensraum.
Der Bahnsteigvorsteher oben hat auf seiner Schleppe zu stehen „Sei zivilisiert!“

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Schwarzfahren ist Dank der gut funktionierenden Schrankensysteme so gut wie unmöglich. Auch nicht wirklich nötig. Für je nach Strecke 2 bis 6 Yuan kann man durch die ganze Stadt fahren. Da kommt kein Taxi mit.

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Apropos Taxi. Die gibts immer noch und die sind im Verhältnis zu anderen Ländern immer noch recht günstig (wenn man sich vom Fahrer nicht berumpsen lässt). Aber wie immer geht da noch was. In der grossen Restwelt versucht ja „Uber“ gerade das Taxiwesen zu revolutionieren. Privatleute kutschieren Fahrgäste, wohin sie wollen und nehmen dafür Geld (deutlich weniger als Taxipreise). Per App auf dem Telefon schaut man gerade, welcher Fahrer irgendwo in der Nähe ist und ordert diesen zum GPS erkannten eigenen Standort. Der Fahrpreis wird vorher auf dem Telefon schon angezeigt und Uber kassiert nen gewissen Betrag (20%?) davon. In Deutschland wird sich diese Geschäftsidee Dank genre-schützender Gesetze wohl nicht durchsetzen (Stichwort Personenbeförderungsgetz, 1-jähriger TÜV, Versicherung). Ein (sarkastisches) Hoch auf die Taxi-Lobby, wobei dies natürlich auch wieder ne zweischneidige Sache ist, wenn man an Arbeitnehmerrechte, Selbstausbeutung und sowas in der Art denkt.
Aber auch in China hat Uber so seine Probleme. Aber nicht aufgrund tradierter Gesetze, sondern aufgrund Konkurrenz. Didi ist mittlerweile wohl so stark, dass sich gerüchteweise Uber demnächst aus dem chinesischen Markt wieder verabschieden wird.
Bei unseren Orderungen eines Fahres war immer (!tags wie nachts!) jemand innerhalb von weniger als 3 Minuten an unserem Standort und brachte uns ohne viel Gequatsche an den gewünschten Ort. Ne richtig tolle Sache für einen selbst.

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Veröffentlicht am 16. Oktober 2016 in China und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Verkehrsmittel im Schwiegermutterland oder Didi, das Über-Uber.

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