Archiv für den Monat März 2020

Festtage der Schäbigkeit

Die Überschrift hab ich vorhin auf Radio Eins vom Herrn Tennhagen gehört. Fand ich eine gute Umschreibung. Nachdem die deutsche Gesetzgebung im Angesicht der aktuellen Krise es ermöglicht hat, für in Not geratene Leute und Unternehmen die Mietzahlungen zu stunden und mit als Erstes sich Unternehmen meldeten, die bis vor Kurzem noch mit Milliardengewinnen glänzten, sollten diese Konzerne vielleicht doch nochmal überlegen, ob es so klug war, sämtliche bisherigen Werbe- und PR-Fachleute in die sofortige Kurzarbeit zu schicken oder ob es nicht besser gewesen wär, die nochmal kurz zu fragen, wie sich das auf das Image auswirkt. Das könnte ja eventuell nach der Krise wieder wichtig werden. Ich glaube nicht, dass sich das wieder so schnell richten lassen wird. So manch ein Kunde lässt sich doch auch von einem solchen Image noch Jahre später lenken.
So wie ich seit Jahren schon nicht mehr irgendwas bei Starbucks kaufen würde, weil die keine oder nur minimalistische Steuern zahlen. Apple-Produkte? No Go.
Amazonbestellungen? Nicht mit mir. Under Armour Sportklamotten? Würd ich ja nur zu gern, denn die haben meines Erachtens doch die stylischsten Sachen, aber deren Nähe zur amerikanischen NRA, kann ich denen einfach nicht verzeihen.
Nun kommen also auch noch Adidas und Puma auf die Liste? Deichmann und H&M sind mir egal, da hab ich bisher eh nie was gekauft. Die würden also meinen Boykott nicht wirklich spüren.
Nun könnte man sagen, dass es doch eine wirtschaftliche Notwendigkeit sei, auf die Kosten zu achten, um so die Arbeitsplätze auf die lange Sicht zu sichern. Ja klar doch, aber wenn man letztes 2 Mrd. Gewinn vermeldete, müsste doch jetzt, drei Monate später, doch noch etwas davon da sein, um so eine kurzzeitige Krise zu überstehen?! Die Mitarbeiterkosten sind eh schon reduziert bzw. dank Kurzarbeiterreglung an den Steuerzahler abgetreten worden. Wo bleibt denn dann noch das wirtschaftliche Risiko? Wo bleibt der eigene Beitrag zur Bewältigung der Krise, so wie er derzeit von jedem abverlangt wird?
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Hat ja nicht lang gedauert…. Kaum dass ich diesen Artikl hier online gestellt hab, lenkt der Sportkonzern auch schon wieder (teilweise) ein… „Private“ Vermieter bekommen natürlich ihre Miete. Bin ich ja beruhigt, dass Leute, die ihre Läden für monatlich hunderttausende von Euro in den Top-Lagen der deutschen Innenstädte vermieten, auch weiterhin ihre Almosen bekommen und nur die grossen Vermietungsfirmen Verständnis für Mietausfall zeigen müssen.

Es gibt wohl Wichtigeres…

Bereits schon vor einigen Wochen angemeldet und eigentlich für mich dieses Jahr als einer von nur zwei offiziellen Läufen gedacht (nachdem der Stuttgarter Lebenslauf sich entschieden hat, am gleichen Tag stattzufinden, wie mein obligatorischer Dabendorfer Herbstlauf) ist jetzt auch erwartbarerweise der Stuttgarter Firmenlauf im Mai abgesagt worden.
Firmenintern kam die Woche schon die Meldung, dass unser halbjährliches, in Teilen, geselliges Treffen im Juni auch schon auf ein unbestimmtes Datum verschoben wurde. Die Verschiebung von Olympia 2020 oder der Fußball-EM 2020 trifft mich nicht wirklich (hätte dies Jahr aufgrund zu wenig Trainingseinheiten vermutlich die Qualifikation eh nicht geschafft).
Mal schauen, wann der Papst verkündet, Ostern 2020 auf die Weihnachtsfeiertage zu verschieben.
Zur Zeit muss wohl alles im Kampf gegen den Virus zurückstehen.

Loch im Schuh – Ist Joggen jetzt gefährlich?

Ich bin ja nun schon seit 2 Wochen weg von der Baustelle und seitdem mehr oder weniger im Home Office im #stayawayofeverything-Modus, nur kurzzeitig unterbrochen von kurzzeitigen notwendigen und wohlüberlegten Supermarktbesuchen. Die jetzigen letzten Märztage hab ich tatsächlich noch Urlaub beantragt, statt im Home Office zu schuften. Der Resturlaub aus 2019 muss noch weg. Da hatte ich mir eigentlich überlegt: 14 Tage Selbstquarantäne, das reicht aus, um es verantworten zu können, jetzt zur Frau K. ins ostelbische D-Dorf zu fahren und ihr meine Anwesenheit für einige Tage zuzumuten. Mal rauszukommen für kurze Zeit aus der Innenstadtwohnung, wäre gar nicht mal so schlecht.
Heute morgen dann vermeldete dann der Gatte, dass er leichten Husten und ein Kratzen im Hals versprürt.
Nun wär das in normalen Zeiten zwar kein wirklicher Grund zur Panik und ehrlich gesagt ist es auch jetzt kein wirklicher Grund zur Panik, aber Frau K. und ich habe beschlossen, wirklich Null Risiko einzugehen. Ostelbien-Expedition erstmal für zwei Wochen verschoben. Dann schauen wir weiter.

Hab heute morgen von nem Pockenausbruch in Deutschland in den Sechzigern gelesen, bei dem man von einem 20m Sicherheitsradius ausgehen musste. Und in den diversen chinesischen Online-Medien liest man leider auch recht viel von zu geringen Sicherheitsabständen und Infektionen, die sich Passanten zugezogen haben beim bloßen Vorbeigehen an infizierten Leuten. Was kann man glauben?
Überall liest und hört man ja, dass man #socialdistancing betreiben soll und mindestens 1,5m weit weg von anderen Leuten bleiben soll. Aber wie sicher kann man sich sein, dass die Experten das später im Nachgang nicht wieder als zu wenig klassifizieren?

Die Frage „Kann man sich beim Joggen mit dem Virus infizieren?“ treibt den Gatten und demzufolge auch mich seit Längerem um. Also nicht, dass der Gatte jetzt der neue Jogger wird, aber er sorgt sich halt um mich. Das finde ich sehr nett von ihm und löblich noch dazu. Zeit-Online hat die Frage jetzt endlich mal beantwortet und ich glaube ziemlich erstmals in deutschen Medien auch darauf verwiesen, dass die blöden Viren auch durch die Luft übertragen werden können. Wenn auch noch mit dem Verweis darauf, dass die Chancen für das Überleben der Viren nicht sehr gross sind und Abstandhalten immer noch oberste Direktive ist.
Aber wie schlecht muss mein schlechtes Gewissen der Gesellschaft und dem Gatten gegenüber sein, wenn ich trotzdem gehe? Wie schlecht muss mein schlechtes Gewissen gegenüber dem Statistikkeller von Garmin sein, wenn die mir schon für die letzte Schritt-Challenge für meinen letzten Platz ein Loch in der Schuhlohle attestierten? Ich denke noch ein bisschen drüber nach.

#Stayathome-Depression

Am zweiten #Stayathome-Wochenende klären die Medien jetzt auch schon darüber auf, dass dieses Zuhausebleiben ja auch andere Schattenseiten haben kann. Für die katholische Kirche wird die Meldung aus anderen Ländern, dass die Sex-Spielzeug Industrie einen Umsatzboom vermeldet, mit blankem Entsetzen aufgenommen worden sein.
Auf der anderen Seite wird der daraus erwartete Babyboom in Zeiten einer alternden Gesellschaft hier in Europa wohl natürlich mit Freuden begrüsst werden. Bin sehr gespannt auf die Geburtenrate Ende des Jahres. Lustigerweise kamen aus deutschen Landen noch keine solchen Meldungen. Der Deutsche macht sowas nicht :-).
Nein, hier in deutschen Medien geht es eher darum, dass man sich nicht zu sehr im Kreise seiner Anverwandten und Lieben, mit denen man das Dach teilt, in die Haare bekommt und auf dass die Scheidungsrate zum Ende der Corona-Zeit nicht nach oben schnellt.
Man möge sich doch bitte nicht die Köpfe einschlagen. Hat man ja auch schon aus anderen Ländern gehört, dass dort die entsprechenden Meldungen häuslicher Gewalt nach oben gehen. Mal schauen, ob der Deutsche an sich auch dafür zu faul ist. Hoffen wir es mal.

Im Radio hab ich heute den schönen Satz einer Psychologin gehört: „Passivität ist der wirksamste Weg in die Depression“.
Irgendwie muss man sich wohl sonst noch beschäftgen, bevor einem die Decke auf den Kopf fällt. Man kann ja nicht nur Netflix und Co schauen, mit dem Partner wahlweise Sex haben oder sich prügeln.
Der Gatte hat da ein gutes Rezept: Er kocht gern (ich weiss, der Sex des Alters *g*). Heute meinte er, Kartoffel-Chips selber zu machen. Sehr lecker. Leider mag er das Kartoffelschälen nicht wirklich und so hatte ich auch gleich wieder ne Beschäftigung.
Kann man ja auch mal was zusammen machen.
Ausserdem spielt er noch gern Schach. Eigentlich ja mehr online, mit anderen, nicht mit mir, weil ich bin ja zu doof dazu [eigene Aussage], aber heute hab ich mich mal wieder hinreissen lassen bzw. ging die Initiative auch von mir aus. Und prompt wieder verloren. Wie immer halt.

Youtube ist auch ein wichtiges Ablenkungsmedium für ihn. Und da es dann meist auch chinesische Filme und Sendungen sind, die er da schaut, muss ich mich dann irgendwie ausklinken. Chinesische Kochsendungen kann ich irgendwie nicht ab, wenn ich lesen und Radio Eins hören will. Ein unverzichtbares Hilfsmittel daher: Köpfhörer! Für ihn und für mich :-). Nur manchmal ist das so spannend, dass ich ständig aufgefordert werde hinzuschauen…. heute mal, wie die junge Dame aus der Provinz Shaanxi Innereien wäscht und dann zubereitet. Die Dame hat übrigens bei ihren Kochvideos 175.000 Follower und stellenweise über 500.000 Klicks / Video.

Quo Vadis

„Quo Vadis“ – „Wohin gehst Du?“ Oder in meinem Fall „Wohin läufst Du, oder läufst Du überhaupt noch?“
Die Frage, die ich mir die Woche immer wieder gestellt habe:
Darf ich in Corona-Zeiten noch laufen gehen?
Die FAZ hat die Frage auch umgetrieben und beantwortet sie, mit „ja, aber…“
Gatte war die Woche ja dagegen und hat mich dann nur zähneknirschend ziehen lassen, nicht ohne die Belehrungen zu wiederholen, Abstand zu halten, und darauf zu verweisen, dass der Virus auch über die Luft übertragen werden kann, ohne dass man sich allzu sehr nahe kommt.
Was heisst Abstand halten? Erst sagten die Experten 1m, dann 1,5m, jetzt ist sehr oft von 2m die Rede. Ich glaube, die Experten wissen es einfach nicht, können oder wollen sich einfach nicht festlegen.
In den allermeisten neuen Ausgehregeln der Bundesländer und Kommunen wird Sport draussen ausdrücklich erlaubt, immer mit dem Verweis darauf, dass man ihn allein oder nur in sehr kleinen Gruppen macht.
Kommt mir entgegen. Ich laufe zwar auch ganz gern mal mit anderen, aber hauptsächlich ist „Laufen“ immer noch eine Sache für mich allein.

Home Office V

Der letzte Tag der ersten Home Office Woche is rum. Ging doch auch, ohne dass die Welt sich aufgehört hat zu drehen.
Jetzt bin ich schon seit Donnerstag letzter Woche im #socialdistancing Modus. Nur noch der Gatte um mich rum, der seit dieser Woche auch im HO ist. Und einmal im Supermarkt gewesen, immer drauf achtend, dass keiner einem zu nah kommt. Bei der Heimkehr wieder Händewaschen und Schuhsohle desinfizieren.

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Und natürlich ein bisschen laufen gehen.
Hab lang mit mir gerungen:
– Darf ich noch?
– Soll ich noch?
– Wie gross ist das Risiko.
Nachdem unser Ministerpräsident heute verkündet hat, dass man nur noch zu dritt rausgehen darf, hab ich noch kurz überlegt, wo ich die anderen beiden her bekomm, weil der Gatte will ja nicht laufen kommen.

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Im Kräherwald sind die Sport-Stationen (hier ein Archivbild vom vorletzten Jahr) auch gesperrt. Hängt ein Zettel dran: Aufgrund Corona geschlossen. Hat drei Sportler heute nicht wirklich gestört. Haben da trotzdem ihre Übungen gemacht. Hab sie dann mal alle weggeschickt und gleich zur Abschreckung alles abgerissen.
Ansonsten hat während des Laufens #socialdistancing gut funktioniert. Hab sogar gemerkt, dass auch andere Leute auf Abstand gingen. Und bei einigen Fussgängern bin ich dann kurzerhand eben einfach auf die Fahbahn ausgewichen. Autos werden schon bremsen und sozial Absandhalten.

Home Office IV

Juchu, die Krise ist vorbei!
Die Ölpreise steigen wieder, der Dax ist heute nicht gefallen… war was?
OK, wir waren heute wieder nicht draussen und haben somit wohl privat auch nichts zur Konsumsteigerung beigetragen. Wir warten wohl erstmal noch ab, wie sich die ganze Situation entwickelt. Die Voräte hier sind auch noch nicht ganz aufgebraucht, aber der Magen hängt trotzdem in den Kniekehlen. Woran das liegt? Wenn ich sonst die Woche über im Büro bin, versuch ich ja immer zur gleichen Zeit zu essen. Frühstück ca. sieben bis halb acht, Mittag um 12 und Abendessen gibts um 18Uhr.
Daran ist mein Montag-bis-Freitag-Magen gewöhnt. Und auch kleinere Verschiebungen aufgrund der Laufeinheiten macht er da spielend mit. Wochenende tickt er da lustigerweise anders. Da gibts ja meist nur Frühstück und Abendbrot und das auch zu nicht so festgelegten Zeiten.
Jetzt im Home Office wird mein Magen zu tiefst verwirrt. Knurrt zur rechten Zeit, nur bekommt er nichts! Während ich die Zeilen hier schreibe (18:30Uhr) ist der Koch (Gatte) noch im Home Office beschäftigt und erzählt mir seit ner Stunde, dass ich bald was bekomme… Werd bald einen Spendenaufruf tätigen müssen. Oder was vom Lieferservice bringen lassen? Aber die ham ja wohl auch Hochkonjunktur derzeit und klagen bestimmt nicht. Krisengewinnler?

Home Office III

Seit heute Vormittag auf Spiegel die Eilmeldung rumging, dass Frau Kanzlerin am Abend wieder mal eine Ansprache ans Volk richten wird, frag ich mich die ganze Zeit, ob sie es wagen wird: Verkündet sie just am 30. igsten Jahrestag der ersten freien Volkskammerwahl in der DDR die Vollendung der Wende mit dem Befehl, dass alle erstmal zu hause zu bleiben haben?
Gestern hab ich bei uns im Familienchat ja noch den Spruch „Grenzen dicht, Regale leer, willkommen in der DDR“ lesen dürfen. Würde ja dann passen.
Wobei ich aber sagen muss:
Wenn es so ist, dann ist es eben so.
Zum Überleben der Menschheit. Auch wenn das Wetter ja noch toll ist, am Wochenende solls ja wieder kalt werden. Kann man auch drin bleiben.
Mit dem Gatten hab ich ja schon desöfteren die Diskussion geführt, ob man denn jetzt noch rausgehen muss oder ob man nicht lieber drinnen bleibt. Darf ich noch laufen gehen? Heute morgen im Frühstücksfernsehen hat der TV Doc ja noch gesagt, dass dies erlaubt und auch geraten sei.
Heute hatte ich mich nochmal durchgesetzt. Auch wenn ich versprechen musste, um sämtliche anderen Menschen einen Bogen zu machen. Woran ich mich auch tatsächlich so gut es eben ging, gehalten hab. 🙂

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Update nach der Ansprache: Sie hat es also nicht getan. Noch kein Ausgehverbot.
Eine wichtige, mutmachende Rede. Und ganz ironiefrei: Wir schaffen das 🙂

Home Office II

Auf dem morgendlichen Weg ins isolatorische Home Office kam ich heute erstens beim Bäcker vorbei (Versorgungslage gut), der Tabakladen gehört wohl auch noch zur Grundversorgung in Deutschland und auch der Supermarkt um die Ecke hatte heute wieder seine Türen geöffnet.
Die gute Nachricht von hier: Es gibt wieder Toilettenpapier.
Die schlechte Nachricht: In den anderen Regalen sieht es doch verdammt leer aus. (Um nicht wieder von der Tagesschau als Panikmacher verschrien zu werden, hier mal kein Bild dazu.) Aber es ist schon ein Stück weit beängstigend, auch wenn ich immer noch nicht glaube, dass dies das Ende der Welt ist.
Ein Vorteil des Home Offices ist ja, dass die Wege nicht so weit sind. Auf der anderen Seite kann man so natürlich die von den Experten immer wieder empfohlenen 5 bis 10.000 Schritte wohl eher schwerlich erledigen.
Ein weiterer Vorteil: Ich muss die Spülmaschine in der Gemeinschaftsküche im Nordhessischen nicht mehr ausräumen. Der Nachteil dazu: Ich muss jetzt hier in Stuttgart selber abwaschen. Doof, wenn man selber keene Spülmaschine hat.
Hab gestern mit Überraschung festgestellt, dass man nach so einem Home Office Tag tatsächlich noch TV schauen kann! Wusste gar nicht, dass die unter der Woche auch senden (hab in Hessen kein TV).
Vorteil Home Office: Man wird bekocht.
Nachteil Home Office: Gatte mag seine selbst gemachten Nudeln und ich als alter Reis-Fan behaupte ja immer wieder, dass zu viel Nudeln dick machen. Fühl mich schon dick und rund nach dem zweiten Nudeltag in Folge. Schwester behauptete, dass die Nudeln komisch aussehen würden, aber ich denke nicht, dass dem so ist. Sind doch schön bunt und lecker mit dazu!
Ansonsten hatte ich hier mit dem Gatten heute eine Diskussion: Darf man eigentlich überhaupt noch rausgehen?
Die Meinung der deutschen Experten derzeit ist ganz klar, dass das wohl kein Problem ist. Gatte hat da allerdings natürlich auch ganz andere Informationen und Ängste aus Chinaland. Hier wird berichtet, dass man sich das Coronadingsbums auch beim bloßen aneinander Vorbeigehen holen kann. Sicherheitsabstand halten!
Wie man es nun am Ende macht, ist es wohl eh verkehrt, wobei beim Drinnenbleiben natürlich wohl kein Schaden entsteht, außer dass man dick und rund wird. Aber auch das macht ja wiederum nichts, da das eigentliche nächste Laufziel (Firmenlauf Stuttgart im Mai) wohl noch in den Sternen steht.
Dass am Ende die Klamotten nicht mehr passen? Auch egal. Im Home Office sieht dich ja keiner, da kann man die Krawatte auch mal etwas lockerer tragen.

Home Office I

Ich hab mich für heute ja mal selber ins Home Office befohlen, weil ich morgen eigentlich auf ne andere Baustelle schauen wollte und sich der Weg ins Nordhessische nicht wirklich gelohnt hätte.
Andere Baustelle besuchen? Abgesagt.
Stattdessen werd ich jetzt wohl ne ganze Weile im Home Office bleiben. Meine Baustelle hat entschieden, dass die, die ihre Arbeit auch von zu hause aus machen können, dann doch lieber da bleiben. Eine sehr vernünftige Entscheidung, wie ich finde. Auch wenn ich hier mein eigen Licht verbenn und meinen eigenen Kaffee trinken muss.
Und ich glaube, das haben auch mehr Leute (oder Firmen) so entschieden. Nicht nur meine Firma oder die, in der mein Gatte angestellt ist (der übrigens hier abends um halb sieben immer noch auf der HomeOfficeCouch lümmelt und arbeitenderweise in die Tasten haut, während ich diese Zeilen hier schreibe). Als ich heute Mittag aus dem Fenster schaute, standen da recht viele Autos rum, wo sonst doch zumindest mal zur Mittagszeit einige freie Plätze wären.
Freitag hatte Stuttgart ja schon entschieden, dass wir nicht mehr in Bars oder Bordelle gehen dürfen, Sonnabend kam die Schließung von Sportstudios hinterher und heute waren dann die Spielcasinos und Wettbüros dran. Besonders Letztere werden mich da bestimmt vermissen. Jetzt am Abend kommt dann noch die längst erwartbare, fürs ganze Bundesgebiet geltende Meldung hinterher, dass alle anderen Läden wohl auch dicht machen dürfen.
Und bevor mir Tagesschau wieder Panikmache vorwirft, hier auch nochmal die Betonung, dass die Supermärkte offen bleiben! Und zum Glück auch die Heimwerkermärkte für die Leute, die das Home Office auch gleich renovieren wollen.
Ich hatte ja eigentlich nicht vor, zu renovieren, aber irgendwie schafft man im Home Office immer so viel, dass die weniger werdende Arbeit am Ende des Tages doch tatsächlich mal weg ist! Soll ich jetzt die HomeOfficeWände streichen? Wie geht man denn mit dem Fakt um, wenn der Arbeitgeber das mal raus bekommt und auf die Idee kommt, einen für immer im HO zu lassen? Das wär ja furchtbar! Kommt man ja gar nicht mehr raus?!
Schön fand ich übrigens heute Mittag mal auf meinem kleinen Innenhofbalkon zu stehen und festzustellen, dass manche Schulkinder ihr Coronaschulfrei wohl auch wirklich zum Üben nutzen müssen anstatt sinnlos Computer zu spielen oder was auch sonst so ein kleiner Mensch macht, wenn er oder sie zu viel Tagesfreizeit hat. Da spielte tatsächlich jemand Geige und das auch gar nicht mal schlecht.

Ich bin schuld!

Hab ich doch gestern ein Bild verbreitet, dass teilweise leere Kühltruhen in einem Supermarkt zeigt… Später las ich dann ne Twittermeldung der Tagesschau, dass man dieses doch nicht tun sollte, weil man ja sonst nur Panik verbreiten würde…
Der Weltuntergang ist definitiv nah.
Ich bitte vielmals um Entschuldigung, falls sich jemand in Panik versetzt gefühlt hat, durch meine Berichterstattung… Was bin ich froh, dass ich gestern morgen in unserem Netto um die Ecke nicht das leere Toilettenpapierregal fotografiert hab und wieso verwendet Tagesschau solch ein umgangssprachliches Wort wie „Klopapier“ und setzt auch noch nen Hashtag davor? 🙂
Auf der Suche nach diesem Screenshot auf Twitter hab ich dann eben mal ein bisschen den Tagesschau-Kanal auf Twitter durchgescrollt… Ob die von Tagesschau sich auch mal entschuldigen für ihre panikmachende Berichterstattung? Oder generell? Alle Medien? Zur Zeit gibts ja leider wirklich kein anderes Thema mehr in deutschen Medien…. ok, in ausländschen auch.
Scheint wohl doch angebracht, in Panik zu geraten.
Gatte und ich haben uns ja heute hier auch eingeschlossen zu hause. War nur kurz draussen, tanken muss ja auch mal sein. Da bin ich an der Stuttgarter Corona-Teststation vorbei gefahren und war tatsächlich stellenweise leicht irritiert, wieviele Leute da anstanden, um sich testen zu lassen!
Haben spontan beschlossen, unsere Ernährung umzustellen und die kistenweise gekauften Nudeln zu sparen und Nudeln stattdessen selber zu machen. Notration sozusagen.

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Nur zu doof, dass ich da auch noch selber arbeiten muss für…
(auch wenn der Gatte da mehr macht, aber er hat ja auch mehr Spaß dran….)

Hab ich doch schon berichtet, dass ich Freitag lieber nicht mehr ins Sportstudio gehen wollte und Sonnabend kam die Stadt Stuttgart auch auf den Trichter, Sportstudios als Coronverbreitungsherd anzusehen.
Mal schauen, wie lang das geht und mal schauen, ob das auf lange Sicht meine selbstdefinierten Ziele, was die Sportstudiobesuchsanzahl angeht, für dies Jahr torpediert.
Aber es wird schon richtig sein.
Ich hoffe nur, dass sie uns nicht auch noch zum Stubenarrest verdonnern müssen, wie in anderen Ländern bereits geschehen. 10 Kilometer-Laufrunden um den Couchtisch rum sind glaube nicht so aufregend.

Nach dem ich gestern mal in Teilen kurz getestet habe, was rein von der Form her nach der Winterpause derzeit so geht, heute eine ganz tiefenentspannte Sonntagsrunde.

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So ein „sich-zu-hause-einschließen“ muss man ja derzeit zum Glück noch nicht auf den ganzen Tag ausdehnen…. Aber: Natürlich danach gleich die Laufschuhsohle desinfizieren und sofort Händewaschen.

Coronawochenende I – Der Feind im eigenen Wohnblock

Jetzt ist es da, jetzt hat es mit aller Wucht wohl auch in Europa eingeschlagen.
Das Thema ist beim Gatten und mir ja schon so ziemlich von Anfang an Thema, kommt doch der Gatte aus Chinaland.

Jetzt werden Schulen, Kitas, Unis, öffentliche Einrichtungen geschlossen, das soziale Leben wird erstmal eingestellt. Die Börsen und die Wirtschaft rauschen ab, die Grenzen werden dicht gemacht.
Es wird so viel in den Medien berichtet und mit die größte einschneidende Entscheidung ist wohl das Aussetzen der Fussballbundesliga. Was sagt denn das über eine Gesellschaft aus?

Das Ende des Abendlandes ist nah.

Und wenn man das erstmal realisiert hat, ist es natürlich auch wichtig, dass man zum Ende aller Tage auch die eigene Tiefkühltruhe und den Toilettenpapiervorratsraum bis unter die Decke voll hat.

Nun kann man natürlich geteilter Meinung sein, ob jetzt jede getroffene Entscheidung der Offiziellen richtg ist, zu spät oder zu früh kommt oder nicht weit genug geht. Leben müssen wir nun mal mit den Entscheidungen und das Beste draus machen. Gibt wohl Schlimmeres, als mal einige Wochen nichts über Fussball berichtet zu bekommen oder nicht in die Clubs gehen zu können (hätte ich womöglich vor 15 Jahren noch anders drüber gedacht). Irgendwann werden die schon wieder aufmachen, wenn sie bis dahin nicht pleite sind. Und selbst in dem Fall werden sich wieder andere Leute finden, die Clubs aufmachen und auch Leute finden, die da hin gehen. Irgendwann werden die Toilettenpapierregale in den Supermärkten auch wieder aufgefüllt sein und die grossen Toielletenpapierhersteller einen massiven Umsatzeinbruch verkünden und nach Staatshilfe rufen, weil die Leute ihre eigenen Toilettenpapiervorratsräume noch nicht leergeräumt haben.
Der Normalzustand wird wieder eintreten, da bin ich zutiefst davon überzeugt.

Bis dahin: Nicht verrückt machen lassen.

So bin ich heute erstmal wieder ne kleine Runde laufen gewesen, auch um mal zu testen, wo wir nach dem Winterbreakdown aktuell stehen.

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Ich bin doch recht zufrieden.

Als ich dann völlig ausgelaugt vor dem Hauseingang stand und meine Dehnübungen machte, kam eine ältere Frau Nachbarin aus dem Aufgang, weil eine andere ältere Dame davor stand und wohl Redebedarf hatte…. oder sie wollte einfach nur die irgendwo steuerlich vergünstigt eingekauften Stangen Zigaretten an die Frau zu bringen.
Die Damen begrüssten sich herzlich, auch wenn man sich gleich an die aktuelle Gesundheitssituation im Land erinnerte und sich nicht umarmte…. nur ein ausgiebiges Händeschüteln war drin, verbunden mit den Worten „Wir umarmen uns diesmal nicht“…. während die Zigarettenkäuferin hustenderweise noch auf ihre Erkältung verwies und ihr dabei auch noch fast die Stimme wegblieb…
Auf jeden Fall quatschten die Damen noch eine ganze Weile, ich rutschte immer weiter weg vom Hauseingang und meine Dehnübungen wollten keine Ende nehmen…
Aber auf keinen Fall geh ich an den Damen direkt vorbei! Der Gedanke kam mir, ob ich noch nen Kilometer an den Lauf dran hängen sollte. Aber ich hatte den Lauf auf meiner Garmin ja schon gestoppt…. also weiterdehnen 🙂

Winterpausenunterbrechung II

Nachdem in letzter Zeit immer mehr Sportevents abgesagt oder laufende Meisterschaften beendet werden oder komplett ohne Zuschauer stattfinden, haben wir als Hobbysportler natürlich auch mehr Verantwortung, das Volk mit Sportnews zu versorgen. Wie soll Deutschland denn ohne den Sportteil in den Nachrichten anders bespaßt werden?! Müssten die ja womöglich mehr wichtige Dinge berichten!

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Eigentlich bin ich ja noch immer irgendwie in der Winterpause und so wollte ich mich am Donnerstag zum Feierabend auf die 4 stündige Heimfahrt begeben. Aber erstens waren am Nachmittag die Wolken nicht mehr geneigt, die Sonne zu verdecken und zweitens ist CLK nicht in der Winterpause und hat mich dann auch sehr schnell überzeugt, einfach mal wieder mitzukommen …. hach war das herlich…

Zuschauer haben wir aufgrund der Coronageschichte natürlich diesmal nicht zugelassen, nur einige Unerschrockene und Unbelehrbare haben sich aus den Häusern getraut und uns zugesehen. Wir hoffen, dass sie nicht zu Schaden gekommen sind.

Ein starker Wille

Zur Erreichung selbstgesteckter Ziele ist ab und zu auch mal ein recht starker Wille erforderlich.
Die Neigung zur Prokastination hierbei eher hinderlich.
Sich zum Sport durchzuringen hat bei mir damals recht lang gebraucht. Hab das lang vor mir hergeschoben.
Irgendwann war es dann mal andersrum und damit aufzuhören fiel schwer.
Da ich die letzten Monate wohl ungesund viel laufen war, hat sich leider mal wieder desöfteren die rechte Achillessehne gemeldet. Ein starkes Zeichen, mal etwas kürzer zu treten oder drüber nachzudenken, was anders zu machen. Ich hatte mich für neue Laufschuhe entschieden und eine kleine Winterpause
des Nichtstuns. Mein letzter Lauf liegt nun schon 13 Tage hinter mir, aber irgendwie bin ich heute bei diesem schönen Vorfrühlingswetterchen dann doch schwach geworden.

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Die eigentlich für vier Wochen angesetzte, also ich meine mindestens dreiwöchige Winterpause, hab ich kurzerhand nach zwei Wochen dann mal für beendet erklärt.
Aber der gute Wille, es jetzt nicht wieder zu übertreiben bleibt bestehen. Montags und Freitags ist Autobahntag und auch zwischendrin muss nicht jeder Tag ein Lauftag sein. Schauen wir mal.

Corona und kein Ende

Mit dem Aufkommen des Covid-19-Erregers Anfang des Jahres verfolgt uns ja eine vermeintlich gefährliche Seuche, erst ganz langsam, vermutlich zu sehr unterschätzt, dann aber mit brachialer Gewalt in viele Lebensbereiche.
Auch wenn da immer ein gewisses Maß an Panikmache mitschwigt und die Experten hierzulande immer noch berechtigterweise versuchen zu beruhigen, macht man sich ja trotzdem irgendwie doch nen Kopf. Wohl auch vor Allem, wenn man Beziehungen nach Chinaland hat.
Mit Schwiegermutter haben wir schon abgeklärt, dass sie erstmal nicht mehr so oft das Haus verlassen soll und wenn dann doch, nicht unbedingt den Bus oder die Bahn nimmt. Das erschwert das Leben schon sehr, denn Taxis oder die viel mehr verbreiteten DiDis fahren in China so gut wie nicht mehr. Lieferservice in Corona-Zeiten? Auch sehr schwierig.

Ich bin ja derzeit wieder am Projekt „Resturlaubsabbau“ und hatte mir im Vorfeld vor einigen Wochen schon nen Termin beim Hausarzt meines Vertrauens geben lassen. Zum einen den dritten Teil der Zeckenschutzimpfung, die man ja unbedingt haben sollte, wenn man in kurzen Laufklamotten durch die Wälder rennt, und dann sollte ich doch unbedingt nochmal einige Blutwerte checken lassen, die bei meinem letzten 2-Jahres-Check unerklärlicherweise die vorgegebenen Grenzwerte nicht einhielten.
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