Archiv des Autors: Fresh-Air

Sport – Eine Geschichte des Scheiterns

Man nimmt ich ja immer sooo viel vor im Leben und insbesondere auch im Sport.
Leider gehört gerade auch im Sport dazu, dass es nicht so viele Gewinner geben kann und daher die meisten dann auch scheitern.
Meine eigene Sportkarriere zum Beispiel ist ein einziges Scheitern.
Zur letzten Weltmeisterschaft erkältet gewesen, die Quali zu Olympia nicht geschafft, die EM war ein Desaster. Fail
Zum Glück hab ich ja noch nen anderen Job und mich daher zu allen drei Wettbewerben gar nicht erst angemeldet, bin ja auch nur Hobbysportler, der auch noch eine gewisse Art downsizing betreiben, d.h. seine eigenen Kochen etwas schon will.
Den aktuellen Vorsatz, nicht mehr als jeden zweiten Tag laufen zu gehen, hab ich diesen Monat nur leicht gerissen (18 Mal bdeutet alle 1,72 Tage). Aber trotzdem: Fail.

Mai-2020

Meine Monatslaufkilometerstatistik sollte nicht mehr als 115km betragen. Mit dem heutigen Tag hab ich die 200km überschritten. Fail.

Also hab ich jetzt mal beschlossen, dass mit dem Laufen zu lassen.
Der heutige Lauf war jetzt wirklich der letzte für diesen Monat!

200531

Ein Hoch auf Garmin!

Hatte ich doch die letzten Wochen mit meiner liebgewonnenen 8 Monate alten Forerunner massiv gehadert, weil die mit ehemals 8 bis 9 Tage angepriesene Akkulaufzeit keine 48h mehr hergab und falls ich ausnahmsweise mal das Teil auch als Laufuhr verwendete, nicht mal mehr 1 Tag.
Letzten Montag durfte ich sie dann zu Garmin zur Reparatur einschicken, sollte auch nur 10 Arbeitstage dauern, Dienstag kam die Bestätigung, dass sie eingegangen sei, Mittwoch die Mitteilung, dass sie fertig ist und mir die neue Uhr demnächst zugeht. Freitag klingelte der DHL-Bote, was ja bei DHL derzeit in Stuttart nicht wirklich selbstverständlich ist, und übergab mir ein komplett neues Teil!
Ein Hoch auf Garmin!
Schwuppsdiwupps aufgeladen und eingerichtet und schon ging es wieder in die Kräherwald!

200529

Und auch gleich mal getestet, was so geht derzeit. Sehr zufriedenstellend… 🙂

Tausche CLK gegen PLK

Gestern mit dem CLK mal wieder eine kleine Feierabendrunde am Abend unterwegs gewesen. Cheffe meinte, nachdem er tatsächlich letzte Woche seinen guten Vorsatz, an achten Tagen hintereinander laufen zu gehen, wahr gemacht hatte, dass er etwas erschöpft sei und wir doch bitte langsam machen sollen. Hab ich ja nichts dagegen, nur wer dann wieder Druck gemacht hat, als wir dann unterwegs waren, war natürlich wieder er…
Nach dem Lauf teilte er mir mit, dass er am Mittwoch dann doch lieber etwas ruhiger macht und stattdessen mit zwei anderen Kollegen seine Baustellenradsportgruppe wieder beleben möchte. Ist ja auch kein Problem, hat doch letzte Woche unser neuer Praktikant angefragt, ob er uns begleiten könne…. Hab ich mich natürlich gefreut und ihn aufs Herzlichste eingeladen! Tausche ich einfach CLK gegen PLK.
Er meinte zu mir, dass er erst wieder angefangen hat, etwas mehr zu laufen, und so normalerweise um die 5 bis 6 Kilometer macht. Ist ja kein Problem für mich, kann ich mich drauf einstellen! Laufen wir eben etwas langsamer. Macht ja auch Spaß.
Heute stellte sich dann raus, dass die Baustellenradfahrprofi´s doch lieber nicht wollten und so kam Cheflaufkollege CLK eben doch wieder bei uns mit. So waren wir mal zu dritt! Das kam schon lang nicht mehr vor.
Naja, nur dass aus der erhofften / erwarteten Entspannungsrunde mit CLK und PLK (PraktikantLaufKollege) dann doch nichts wurde!

CLK und ich waren offensichtlich dem neuen Kollegen dann doch zu langsam und meine anfängliche Angst, wir könnten ihn überfordern, wich dann eher schon fast der Angst, er könnte uns überfordern!
Insgesamt mehr als 5 min schneller, als letzte Woche auf der Pilgerwegrunde.
Naja, merkt man eben dann doch, wenn da jemand mit Grundsubstanz kommt und der auch noch nur halb so alt ist :-).
Die Idee, den CLK gegen den PLK einfach auszutauschen, weil der CLK jetzt mittlerweile so hochtrainiert fast schon anstrengend ist, hab ich jetzt auch wieder verworfen. Wird dann jetzt einfach dauerhaft der PLK ergänzt (so er denn mit uns alten Männern weiter so langsam laufen will *g*). Bin ehrlich schon gespannt auf die Runden, die ich mal mit ihm allein drehe… Da geht noch was 🙂

Wer sich jetzt wundert, wieso ich da so gefakte bebilderte Laufberichte veröffentliche: Ich hab mich dazu entschieden, meine 8 Monate alte Garmin Forerunner dann doch wieder einzusenden, auf dass die sich mal des schwachen Akkus annehmen. Bin sehr gespannt, wann ich die Uhr wieder bekommen.

Sonntägliche Entspannung auf der Hasenbergsteige

Nachdem ich mich zwei Tage lang vor sportlicher Aktivität gedrückt habe, sah es den ganzen sonntäglichen Vormittag auch so aus, als ob mir das auch den dritten Tag hintereinander noch gelingen würde. Wobei, sich zwei Tage vor sportlicher Aktivität zu drücken, ja mehr oder weniger meinem aktuellen guten Vorsatz entspricht, auch mal ne Sportpause einzulegen. Aber irgendwie kam zum Nachmittag hin doch noch die Sonne raus und überzeugte meine Sonnenbrille davon, aufgesetzt werden zu wollen. Und was soll man denn sonst noch so machen, ausser laufen zu gehen, wenn man ob der gesundheitspolitischen Lage immer noch Kontakte reduzieren und nicht so viele andere Leute treffen soll. Die Affen-Demo in Stuttgart ist ja abgesagt bzw. reduziert worden, so dass man da zum Glück nicht hinrennen musste, um sie auszubuhen :-).

Also hab ich mich mal dazu durchringen können, mal nur ne kleine feine sonntägliche Runde durch Stuttgart zu laufen. Geplant hatte ich ja auch nur ne extra kurze Runde, ohne viele Höhenmeter, in einem sehr gemächlichem Tempo. Aber irgendwie stand ich dann vorm Schwabtunnel, die Treppe hoch lächelte mich an und als ich dann oben war, hatte ich irgendwie keine Lust mehr auf Innenstadt und bin dann doch die Hasenbergsteige hoch. So ziemlich der schlimmste Anstieg, den man strassentechnisch in Stuttgart finden kann. Was man natürlich auch an Durchschnittspace der ersten Kilometer ablesen kann. Und irgendwie ist es dann doch eine sehr entspannte Runde mit einer sehr lockeren Pace geworden, bei der es im Endeffekt nicht wirklich einer größeren Erholungsphase hinterher bedarf.

200524

Herrentagsrunde – dicke Waden, statt dicker Bierbauch

40 Tage nach Ostern geht Mann ja normalerweise mit Bier und Bollerwagen um die Häuser ziehend auf Achse und feiert sich und die Männerwelt. Coronabedingt war dies dies Jahr natürlich nur bedingt möglich. Ich weiss gar nicht, ob das überhaupt irgendjemand irgendwo gemacht hat. Für mich persönlich gesprochen jetzt nicht wirklich ein großer Verlust, konnte ich dieser Kulturtradition eh schon früher nicht wirklich viel abgewinnen oder hab es jemals megamäßig zelebriert.

200521

Trotzdem war ich natürlich mal schauen, ob die anderen eventuell im Kräherwald Party machen, aber ich kann berichten, dass sich das niemand getraut hat. Alles ruhig, ich musste nicht die Einsatzkräfte rufen, eher wenig Leute unterwegs für nen Feiertag.

Lustig fand ich die kurze Unterhaltung auf halber Strecke, die ich an ner Ampel wartend führen durfte.
Da standen 2 etwas jüngere Männer mit ner gleichaltrigen jungen Dame auf Rädern, ebenfalls auf Grünlicht wartend, als ich mit irrwitziger Pace angeflitzt kam.
„Boah, joggen bei der Hitze!“
„Sind doch nur 23,9 Grad, ich bin doch erst bei Kilometer sechs und ausserdem ist´s doch recht schattig im Wald“ erwiderte ich, als es auch grün wurde, ich mich verabschiedete und wieder losflitzte.
So bekam ich gerade noch mit, wie der eine zum anderen meinte:
„Kein Wunder, haste die Waden gesehen!“

Nun haben sich meine Waden seit Beginn meiner Läuferkarriere vor einigen Jahren in der Tat etwas verändert (um es vorsichtig auszudrücken *g*), was ich ehrlicherweise gesagt auch einigermaßen beeindruckend finde. Aber wenn man das von jemand Jüngerem hört, der noch dazu auch recht sportlich aussah, ist das schon etwas schmeichelnd irgendwie und gut fürs Ego eines alten Mannes :-).

Neue Normalität

Es geht wieder los.
Es muss ja wieder losgehen.
So ein bisschen zumindest.
Die Woche Besuch bei uns auf Baustelle.
Chefs waren da und luden zum abendlichen Essen in eine nahegelegene Gastronomie.
Seit Neuestem haben die Lokale in Hessen ja wieder einigermaßen offen, auch wenn man in den Lokalen ob der mangelnden Zahl an Gästen wohl noch nicht so viel merkt.
Hat die Beendigung des Lockdowns noch keiner gemerkt oder lag es daran, dass es ein Montagabend war?
Wir waren zu acht und die einzigen Gäste in dem früher eigentlich recht gut besuchten Etablissement.
Der Tisch war vorbestellt und die Stühle so gestellt, dass jeweils der Mindestabstand eingehalten war (an dem Tisch hätten wir früher zu dreissigst gesessen).
Zutritt zur Lokalität nur mit Maske, am Tisch durfte diese dann abgesetzt werden.
Die Kellnerin, ebenfalls bemasket, hatte ihre liebe Mühe, die frisch desinfizierten Speisekarten zu verteilen, da diese zusammenklebten. Hoffen wir mal, dass es am Desinfektionsmittel lag.
Dann brachte sie uns auch noch nen Zettel, auf dem wir unsere Namen vermerken mussten, für den Fall, dass sich die Lokalität später als Corona-Hotspot herausstellen sollte. Jeder bekommt seinen eigenen ebenfalls frisch desinfizierten Kugelschreiber (und ein Kollege hat nichts besseres zu tun, als gleich alle anzutatschen *g* … dafür durfte er dann auch gleich alle unsere Namen aufschreiben).
Das Speisenangebot war coronabedingt ausgedünnt: Schnitzel in den verschiedensten Variationen.
Ich mag Schnitzel.

Eine Grundvoraussetzung für so ein Schnitzelspargelfestschlemmen ist natürlich,
dass man vorher Platz schafft.
ChefLaufKollege CLK und ich waren daher schon zur montäglichen Mittagspause in der Baustellenumgebung unterwegs.

200518

Er überraschte mich mit der Ansage, dass sein dieswöchentlicher Vorsatz es sei, an acht Tagen hintereinander laufen zu gehen. Der Montagslauf war dann Nummer 2 für ihn, für mich Nummer 3 hinterenander.

„Wozu?!“ fragte ich.
„Ist halt so“ sagte er.
Passt nicht wirklich zu meinem aktuellen Vorsatz, nach einem Lauftag einen Pausentag einzulegen.
„Ist mir egal“ sagte er.
„Na schauen wir mal….“

Nachdem Schnitzel, Spargel und die 12 Bier vom Vorabend verdaut waren, ging es, meinen guten Vorsatz negierend, am Dienstag Abend wieder auf eine kleine Tour.

200519

Bereits während dieser, nach meinem Empfinden sehr entspannenden Runde, kam vom CLK
„Ich glaube, ich überleg mir das mit dem 8-Tage-Vorsatz nochmal…“

Sonntagsroutine

6 Uhr wachwerden.
6 Uhr 10 aufstehen und frühstücken.
Bis 14 Uhr radiohören und Zeit vergammeln.
Dann ne kurze Runde um Block.

200517

Eigentlich wollte ich ja heute die Sache etwas entspannter angehen. Aber als ich nach den ersten 2,5 Kilometer berghoch oben ankam, war ich immer noch so gut drauf, dass ich mal ein bisschen angezogen habe. Mal schauen, was so geht derzeit.
Bin zufrieden.

Fast noch untergegangen und nur nebenbei aufgeschnappt: UNO-Generalsekretär Guterres warnt davor, dass die LGBTI Comunity durch die Coronapandemie besonders bedroht ist.
Schlimm genug, dass es gerade erstmal 30 Jahre her ist, dass Homosexualität von der Liste psychischer-Krankheiten gestrichen wurde und der diesjährige Gedenktag wohl nur online stattfindet und dabei von der Presse recht ignoriert wird (wieder stattfindender Fussball und Berichte über Alu-Hutträger auf dem Canstätter Wasen sind wohl wichtiger).
„…. Guterres sagte, es gebe Berichte, dass Covid-19-Richtlinien von der Polizei missbraucht würden, um LGBTI-Personen und Organisationen ins Visier zu nehmen. Menschen, die ohnehin schon für ihre Persönlichkeit und ihre Beziehungen angegriffen würden, erlebten als Folge des Virus eine höhere Stigmatisierung und neue Hindernisse bei der medizinischen Versorgung….“
Wieso benennt der General nicht den Grund seiner Veranlassung zur Warnung?
In welchen Ländern sind wir wieder schuld an der aktuellen Virus-Plage?

Von der Technik überfordert, oder überforderte Technik?

Dass ich in letzter Zeit nicht mehr wirklich überzeugt bin von meiner Garmin Forerunner 235, hab ich vielleicht schon mal angedeutet.
Bei einem meiner letzten Entspannungsläufe (6er Pace!) mit dem Kollegen im Nordhessischen hab ich während des Laufes einfach mal so durchgeklickt um zu schauen, wie es dem aktuellen Puls so geht. Erschrocken durte ich feststellen, dass ich kurz vor dem Herzkasper stehe. Hab dann einfach mal die Uhr ein wenig fester umgemacht und schon ging der gemessene Puls irgendwie runter.
Wegen der dramatisch verringerten Akkulaufzeit meiner Forerunner, die ich erst seit 9 Moanten habe, hatte ich ja letzte Woche das Ding schon mal auf Werkseinstellung zurückgestellt. Hat auch nichts gebracht.
Heute hab ich dann mal an den Support geschrieben, mal schauen, ob die sich melden und vielleicht ne Idee haben.
Meinen sonnabendlichen Stuttgartlauf find ich zwar im Statistikkeller auf meiner Uhr und meinem Telefon angezeigt, aber nicht mehr im zugehörigen Konto bei Garmin im Netz. Da steht immer noch der Donnerstagslauf als letzter Eintrag. Wie soll ich da mein Monatssoll verfolgen?! Sehr ärgerlich. Da muss was Größeres dahinterstecken. Wird vermutlich die Weltverschwörung sein, oder die Gatesverschwörung. Garminverschwörung. Fängt ja auch beides mit „Ga“ an.
Überlege schon, ob ich mich kommende Woche dann mit auf dem Cannstatter Wasen einfinde. Sind ja auch nur 6km bis dahin. Kann man gut hin laufen und mit dem Training verbinden.
So geht das doch nicht weiter! Muss ich mir jetzt nur noch was einfallen lassen, wie beim Laufen der Alu-Hut nicht wegflattert.

Immer weiter, immer mehr…

Ist doch wohl überall das Gleiche in dieser Welt des „immer weiter, immer höher, immer schneller“ der Vorgesetzten. Von nischt kommt nischt und es muss immer mehr werden (ok, bei „immer schneller“ sind wir noch nicht *g*).
Eigentlich hatte ich mir doch jüngst erst den guten Vorsatz vorgenommen „1 Tage laufen, 1 Tag Pause“, und auch nicht unbedingt mehr als 10km.
Und kaum ist man wieder regelmäßig auf Baustelle, kommt der Chef und zwingt einen zum Laufen.
Gestern kam er auf die Idee, mal eine neue Strecke zu probieren.

Sieht für mich wie eine Pelikanrunde aus.
Man sieht ganz gut, dass wir in Teilen nicht wirklich gerade wussten, wo wir hinrennen sollen.
Eigentlich sehr tiefenentspannt, allerdings bei den Höhenmetern auch nicht ganz ohne. So wurde es bei dem Quatschtempo gestern doch noch unerwartet recht spät.

Den lauffreien Tag heute wollte CLK nicht gelten lassen und so begaben wir uns heute Abend abermals auf eine neue Runde.

Das ist die Verbindung der bereits bekannten Pilgerwegrunde, auslaufend in den sehr gefälligen Bergab-teil des gestrigen Pelikans.
Ich glaube, das ist die lauftechnisch optimalste gefälligste Runde, die wir bisher hatten. Auch wenn mir bei der Grundrissprojektion ausnahmsweise auch mal kein passender Name zu einfällt.
Auch heute wieder sehr angenehmes, nicht zu forderndes Tempo zum Quatschen. Womit ich trotz meiner guten Vorsätze dann doch schon wieder zur Monatsmitte 80% meines kompletten Monatssolls erfüllt hätte. Zum Glück ist CLK morgen nicht da und ich kann mal tatsächlich „lauffrei“ machen.

Wo soll das noch hinführen?!

Als ich letztens nach der Arbeitswoche spät abends wieder in den Talkessel Stuttgarts einfuhr, begrüßte mich die Stadt auf der B27 mit einem Warnhinweis auf einer Anzeigetafel, der mich daran erinnern sollte, dass ein Virus umgeht…. Sauber bleiben und so und natürlich die Alltagsmaske nicht vergessen….
Die was?!
Ja, die Alltagsmaske…. Zuerst war das ja nur der Mund-Nasenschutz, der Stofffetzen vor der Schnute, weil Deutschland ja unter Maskenmangel litt.
Jetzt ist es schon die Alltagsmaske.
Heute durfte ich mich hier im Hessischen im Edeka beim Reingehen von der Blockwärterin (die junge Dame hinter der Kasse) anschnauzen lassen: Ham wa nich wat vergessen?!….
Meine Alltagsmaske hatte ich auf. Was kann sie meinen?
„Einkaufswagen! Steht doch draussen dran!“
Stand nicht, stand nur dran, dass pro Einkaufswagen nur eine Person eintreten darf, was ich erstens nicht gelesen habe und zweitens mit der Wortwahl nicht wirklich als Verpflichtung sehen würde, aber sei es drum. Wortklauberei.
Wüsste glaube nicht, dass dies in BaWü verpflichtend wäre. Verbuch das mal unter Föderalismus.
Hatte zuvor im Spiegel gelesen: „Die Corona-Auflagen sind ein von einer dunklen, globalen „Elite“ geplanter Schritt in eine „Diktatur“.“ Ich leg mich doch nicht mit der Elite an und schwimme lieber mit. Auch wenn ich mir dann am nicht desinfizierten Einkaufswagen den Virus hole, den ich mir sonst wohl erspart hätte. Zum Glück besteht der Gatte drauf, dass ich immer Desinfektionsmittel in der Tasche bei hab, denn im Laden hab ich lustigerweise keines stehen sehen (ok, hab auch nicht gesucht).

Die böse Elite hat wohl auch dafür gesorgt, dass man seine zu viele Freizeit jetzt auch beim Streamen sinnvoll nutzt und Fremdsprachenkenntnisse auffrischt… auch wenn man sie bei den nicht anstehenden Fernreisen demnächst ja wohl nicht nutzen kann. Netflix stellt jetzt schon Serien online, die noch nicht (ins Deutsche) synchronisiert sind. Ein Trend, den ich bei englischen Originalen grad noch so verkraften kann. Falls die das bei der nächsten Staffel von Haus des Geldes auch so machen würden, müsste ich leider streiken. Oder es wird wieder so schlimmes, erbarmungsloses Lockdown-Ausgehverbot für mehrere Monate oder gar Jahre verhangen. Dann hätte ich ja Zeit, um spanisch zu lernen.

Denke immer noch übelst drüber nach, welche erlassenen Corona-Auflagen uns noch auf den direkten Weg in die
Corona-Diktatur führen… Aber Zwangseinkaufswagenschieben gehört wohl definitiv dazu.

Unsicherheit

Was soll man denn jetzt nun glauben?
Auf der einen Seite warnt das RKI vor einer ansteigenden Reproduktionszahl, die jetzt wieder über 1 liegt (waren ja schon mal auf 0,6 runter), auf der anderen Seite verkündet das gleiche Institut sinkende Infektionszahlen….
Da brauchen die Damen und Herren vom Institut und die Politikerschaft, die für eine weitere sehr vorsichtige Vorgehensweise eintreten, sich nicht wundern, wenn einige Unbelehrbare demonstrieren und rummeckern…. Einfach nur dumm, den Unbelehrbaren so eine offene Flanke zu bieten.
Ich denke, wenn man selber ein wenig aufpasst und gesunden Menschenverstand walten lässt, wird es schon gutgehen… muss ja. Soll doch jeder für entscheiden, ob man jetzt in Menschenmassen in der Shopping-Mall flanieren muss.

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Oder man sich auf dem Wochenmarkt zwischen anderen Leuten umhertreibt.

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Selbst zum Friseur darf man doch wieder!

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Wo ist also das Problem der Grundrechtebeschränkung, gegen die so viele am Wochenende protestiert haben?

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Ich versteh es nicht.

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Da geh ich doch lieber ne Runde laufen.

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Zeit des Lockdowns ist vorbei

Hab im vorherigen Beitrag ja schon berichtet, dass die Zeit des Sichwegschließens wohl glücklicherweise vorbei ist und ich demzufolge auch wieder mit dem Laufkollegen von der Baustelle unterwegs sein kann.
Die Zeit des Nichtzusammentrainierens hat er wirklich gut für sich genutzt, so dass er richtig doll in Form ist. Ich hadere ja noch ein bisschen mit mir und meinem Formstand und wollte ja eigentlich zusehen, dass ich einen Tag laufen geh und einen Pause mache.
Ist mir nur mit dem Kollegen die Woche, fast wie erwartet, nicht wirklich gelungen. Das Wetterchen war wirklich zu einladend, so dass ich nach dem Dienstagslauf (siehe vorheriger Beitrag) mit dem Mittwochslauf

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und dem Donnerstagslauf
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… in meiner Monatsstatistik (50%) und auch der Jahreslaufstatistik (39% Kilometer- bzw. 35% Laufanzahl) derzeit eigentlich ziemlich gut da steh. Nur mit der Sportstudio- und Kalorienverbrauchsstatstik wirds von Tag zu Tag desaströser.
Die Strecke vom Donnerstagslauf (die Pilgerwegstrecke) sind wir schon länger nicht mehr gelaufen. Hatte echt vergessen, wie anstrengend die in Teilen sein kann. Sieht man tatsächlich schön deutlich im Höhenprofil eine Relation zur Herzfrequenz.
Oder aber ich bin einfach nur unfit. 🙂

Wie passt das zusammen?

Da sieht man mal wieder, was in Deutschland wirklich wichtig ist.

Ich war ja noch nie wirklich der grosse Fußball-Fan. Aber das ist wirklich mehr als lächerlich. Haben die nichts besseres zu tun im Kanzleramt? Könnte man doch die Zeit viel besser nutzen und über die geforderten Kaufprämien zur Unterstützung der darbenden Auto-Industrie diskutieren :-).

Schau ich doch lieber mal ins Ausland.

Die Franzosen haben festgestellt, dass sie im Quarantäne Home-Office dicker werden.
Ich hab ehrlich gesagt derzeit auch wieder ein Kilo zu viel drauf und eines meiner Jahresziele (Kalorienverbrauch beim Sport >>150.000cal) droht ob des Sportstudio-Lockdowns tatsächlich ins Hintertreffen zu geraten.
Ein Glück, dass wir zumindest noch raus dürfen und wenigstens etwas dagegen tun können.
Ein Glück, dass ich wieder in mein Baustellenbüro gehen darf.
Und so konnte ich doch gestern mit dem lieben Laufkollegen wieder eine kleine bekannte Runde drehen.

Das ist leider nur ein Archiv-Bild, da meine liebe Forerunner pünktlich zu Laufbeginn vermeldete, dass der Akku leer ist…. doof: Der Akku meiner gerade mal vor 9 Monaten gekauften Forerunner hält neuerdings nicht mal mehr zwei Tage (verdammt, wo ist der Kassenzettel?!) und als ich am Sonntag Abend gedanklich meine Tasche für die Woche packte, hab ich mir noch gesagt, dass ich das Ladekabel nicht vergessen darf…. Beim Drandenken ist´s geblieben.
Nach dem Lauf fiel mir ein, dass ein anderer Kollege für seine Triathlonaktivitäten auch auf Garmin setzt. Und er hat sein Kabel bei. So komm ich zumindest über die Woche 🙂

Laufpause?

Ich hab die letzten Wochen und Monate ja realisiert, dass so ab und zu mal ein Pausentag zwischen den Läufen nicht schlecht ist zum Knochenschonen. Derzeit ist die Vorgabe meinerseits einen Tag laufen und einen Tag frei. Mit der Wallpurgisnacht und dem Maifeiertag hab ich mir sogar zwei Tage gegönnt!
Da kann man dann auch mal wieder zwei Tage hintereinander laufen…

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200503

Aber dafür wird der Montag lauffrei…. 🙂

Home Office und die Kreativität

Die Woche hab ich wieder mal drauf verzichtet, mich vom Süden in die Mitte der Republik zu bewegen und einfach mal wieder von zu Hause gearbeitet.
Ist ja ganz schön, wenn man ne Tankfüllung sparen kann, ökologisch korrekt und Arbeitsgeber freut sich, da er die nicht bezahlen muss, während ich mir effektiv 8 Stunden Lebenszeitvergeudung auf der Autobahn erspare. Darüber hinaus werd ich auch noch vom Gatten jeden Abend bekocht.
Aber auf Dauer ist das glaube nichts.
Nicht nur, dass man zu Hause seine eigenes Licht verbrennt und den Kaffee selber kaufen muss.
Der direkte Draht zu den Kollegen fehlt. Man bekommt alles nur noch auf dem halben Ohr mit. Wichtige Informationen kommen zu spät oder gar nicht an.
Selbst die Kreativität bei der Laufstreckenauswahl leidet irgendwie:

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Aber zumindest konnte ich so noch mit den letzten drei Lauftagen das Monatsziel (115km) für den April erreichen. Beim Jahreslaufziel (1.500km verteilt 160 Läufe) bin ich derzeit eigentlich ganz ok unterwegs.
Aber irgendwie sieht es derzeit mit den anderen sportlichen Jahreszielen recht mau aus. Den 1.Platz beim Stuttgarter Firmenlauf werd ich Mai wohl nicht machen (letztes Jahr war ich immerhin Platz 726 🙂 ), der Lauf ist verschoben auf Oktober. Meinen avisierten Jahreskalorienverbrauch von 150.000cal bei sportlichen Aktivitäten zu erreichen, scheint mit jeder zusätzlichen Woche des Sportstudioclosings mehr aussichtslos. Derzeit hab ich dieses Jahr erst knapp 38.000cal verbraucht. Es fehlen einfach die BodyPump- und Radfahreinheiten im Studio. Aber die werden schon irgendwann wieder mal aufmachen dürfen und dann werd ich dort erstmal einziehen oder so 🙂

Maskenpflicht

Nachdem die Woche verkündet wurde, dass ab Montag in allen Bundesländern die Maskenpflicht im ÖPNV und in den Läden eingeführt wird, durfte ich auch einigen Gesprächen bei uns auf Baustelle lauschen.
„Ich geh jetzt nicht mehr einkaufen! Kann die Frau machen.“
„So ein Quatsch!“
„Bevormundung!“.

Ich sehe das etwas lockerer: Alles was hilft, den Alltag wieder hochzufahren / zur Normalität zurückzukehren und trotzdem nicht den nächsten Lockdown zu verursachen, sollten wir doch jetzt tun. Wer das nicht möchte, kann gern zu Hause bleiben. Ist wohl genauso effektiv.
Noch ist niemand gezwungen, auch draussen ne Maske aufzusetzen. Zum Glück, ist schon irgendwie ätzend, so ein Ding.
Der Gatte lässt mich ja auch wieder raus aus der Wohnung. Er war zufrieden damit, dass ich ihm verspreche, wenigstens im Treppenhaus ne Maske zu tragen.
War vorhin im Lotto-Laden und hab versucht, nen Schein auszufüllen. Echt umständlich, wenn einem ständig die Brille beschlägt.

200224

Für meinen gestrigen Lauf konnten wir uns auf das Tragen eines Multifuktionstuches im Treppenhaus einigen.
So ein Tuch hatte ich eh schon die letzten Läufe getragen. Nachdem ich mir vor 2 Jahren oder so mal bei warmen Wetter mit luftiger Brise mal nen richtigen Zug geholt habe, hatte ich mich mit solchen Tüchern eingedeckt. Sind schon recht praktisch. Im Treppenhaus kann man sich das Ding einfach vors Gesicht ziehen.

Neue Normalität

Wie oft haben wir diese Worte in letzter Zeit schon gehört?… Neue Normalität.
„Normal“ heißt es ja für mich schon seit sechs Wochen Home Office. Ist schon ne verdammt lange Zeit.
So nach den ersten drei Wochen hab ich mir mal noch ne neue Normalität verordnet und bin zu Frau K. ins Ostelbische gefahren.
Ich weiss, soll man ja nicht machen, so von wegen social distancing und so, aber war mir egal. Nur zu Hause in der Bude sitzen ist auf Dauer ja auch nicht gut und ob ich mein Home Office nun in Stuttgart betreibe oder im Brandenburgischen, ist auch meinem Arbeitgeber ziemlich egal.
War auch lauftechnisch recht fleißig dort, auch wenn man ja eigentlich kein Laufziel mehr hat, auf das man hintrainiert. Mit ein bisschen Glück klappts mit dem Dabendorfer Herbstlauf? Ich hoffe mal.
Hab da gleich mal die Strecke mehrfach ausgetestet.

april01

april02

Da meine Baustelle ja mehr oder weniger ungehindert weiterläuft, meinte mein Bauherrnvertreter diese Woche dann doch, mich mal wiedersehen zu müssen. Besprechen wir uns mal und das auch noch live, weil ViKo ist ja dann doch nicht so schön. Naja, bin ich mal nicht so, zumal ich mich auch auf meiner Baustelle mal wieder umsehen wollte. Ist eben doch was anderes, selber über die 6km lange Strecke zu dackeln. Und außerdem gibt’s ja hier auch ne schicke Laufstrecke 🙂

Zahlen

Seit Beginn der Krise schauen wir auf die jeweils aktuellen Zahlen. Ende des letzten Jahres war die erste Zahl, die ich gehört habe, „29“.
29 infizierte Patienten von einem neuartigem Virus in China infiziert. Die Zahl wuchs dann von Tag zu Tag, so dass man sich in der Presse ziemlich schnell darauf konzentrierte, die jeweilige Steigerungszahl hevorzuheben.
Als die Seuche in Deutschland ankam, wurden immer die Zahlen des Robert Koch Institutes in den Medien zitiert. Hochangesehene Forschungsanstalt, verleiht den Pressebeiträgen Integrität. Irgendwann kam dann die Kritik an der Zählweise der Betroffenenzahl in China. Die ganze Welt war entrüstet, dass die dort wohl nicht mal zählen können oder etwas zu verschleiern versuchen.

Die chinesischen Statistiker nahmen sich die Kritik zu Herzen und änderten ihre Zählweise, wodurch die Patientenzahl sprunghaft anstieg. Das war der chnesischen Regierung dann wieder nicht recht und die Zählweise wurde wieder geändert, so dass erstens niemand mehr durchsah, eine richtige Vergleichsmöglichkeit hatte und zweitens ein irgendwie geartetes Vertrauen in die genannten Zahlen gerechtfertigt wär.

Klamm und heimlich kam auch Kritik an der Zählweise des Robert Koch Institutes auf. Nicht up to date, veraltet, ungenau, so dass die Medien sich mehr und mehr auf die Zahlen der Johns Hopkins Uni bezogen. Schon lustig, aberwitzig und peinlich, dass wir als grosse Nation es nicht schaffen, unsere Zalen selber zu addieren und daher auf die Amerikaner zurückgreifen müssen. Scheint den Robert Koch Leuten aber auch ziemlich egal zu sein. Sie haben sich arrangiert und halten trotzdem ihre tagtäglichen Pressekonferenzen ab. Führen die RobertKochler Ihre Statistik jetzt eigentlich noch?

Ist ja auch nicht wichtig: Die Zahlen waren schon hoch und erschreckend genug, egal welche Zählweise. Sie wuchsen von Tag zu Tag.
Wo hat das ein Ende? Wo führt das hin?
Es versuchten sich die Statistiker und erfanden die Verdopplungszahl.
„Wenn der derzeitge Trend so anhält, wie lang dauert es, bis die Infiziertenzahl sich verdoppelt“.
Eine Erklärung, die in wirklich jeder Statistikmeldung in den Nachrichten immer mit erwähnt wurde.
Erst war die Zahl noch recht klein. Innerhalb von zwei Tagen. Innerhalb von 2,5 Tagen.
Innerhalb von 3 Tagen war dann schon ein Erfolg. Innerhalb von 6 Tagen („Wir sind auf dem richtigen Weg!“).
Es war eine greifbare, anschauliche, gut vermittelbare Zahl.
Kann man / muss man langsam auch mal darüber sprechen können, wann die auferlegten Einschränkungen so langsam zurückgefahren werden können. Doch niemand möchte was Falsches sagen oder sich festlegen. Nur ein bis dato seit Amtsantritt nicht mehr wirklich in Erscheinung getretener Kanzleramtsminister sieht seine Stunde gekommen und nennt ein Datum (nach Ostern). Helle Aufregung. Wie kann er so ein Datum nennen?! Das folgende Bashing war wohl nicht genug, so dass er am folgenden Tag in der Presse verlautbarte, dass die derzeit bei rund „6 bis 7“ liegende Verdopplungszahl doch mindestens bei „10“, „12“ oder „besser 14“ Tagen liegen sollte, bevor man sich wieder Richtung Normalität bewegen dürfte.
Österreich ist uns ja einige Tage Voraus, so dass dort bei einer Verdopplungszeit von 20,5 verkündet wurde, dass man jetzt langsam wieder die Läden aufmacht. Währenddessen Deutschland grad mal bei 12 war.
Zwischenzeitlich lag auch in Deutschland die Verdopplungszahl bei >35 Tagen.
Nach dem über eine Woche lang gebetsmühlenartig angekündigtem Termin (Mittwoch nach Ostern) war es endlich so weit: Die Verdopplungszahl ist tot. Es lebe die Reproduktionszahl!.
Eine die letzten Wochen immer wieder vermehrt in den Medien aufgetretene Kanzlerin (nachdem sie ja eigentlich vor der Krise schon in der Rentenvorbereitungszeit war) verkündet in ihrer PK, wie fragil doch sämtliche Zahlen noch zu sehen sind und wir derzeit Dank der Anstrengungen der letzten Monate eine Reproduktionszahl von 1,0 haben. Bitte weiter aufpassen, denn bei einem leichten Anstieg dieser Zahl auf 1,1 ist der Crash für Oktober zu erwarten, bei 1,3 bereits im Juli. Ein Szenario, dass sämtliche Politiker im Folgenden in ihren jeweiligen Statements gern aufgriffen. Der Untergang ist also immer noch nah.

Zwei Tage nach der Pressekonferenz lag die Reproduktionszahl bei nur noch 0,7.
Der Showeffekt dieser Zahl mit dem gewünschten Drohpotential ist dahin. Wir brauchen eine neue Zahl.
Ob Helge Braun in dieser Legislaturperiode nochmal ein Interview geben darf?

#Maßnahmengesetzvorbereitungsgesetz

Haben unsere Gesetzgeber doch schon vor einigen Wochen gewusst, dass uns schwierige Zeiten bevorstehen und schwierigen Zeiten man nur mit grossen Gesetzen begegnen kann. Und diese brauchen natürlich auch grosse Namen. Das #GuteKitaGesetz ist doch nur Klacks dagegen!
Ob das jetzt der große Wurf ist, werden wir wohl erst später sehen.
Warum jetzt nicht einfach das #Bürokratieabbaugesetz von 2019 entsprechend ergänzt wurde, könnte ja mal ein #Bürokratieabbaugesetzuntersuchungsausschuß ergründen. Machen wir später dann mal… nach der Krise.
Im Grunde genommen geht es bei der ganzen Sache ja wohl darum, die vielfältigen Einspruchsmöglichkeiten, die ein Anwohner, Beteiligter oder auch allzuoft ein Unbeteiligter in deutschen Landen ausnutzen kann, um Großprojekte zu verhindern, zu beschränken. Ein gutes Beispiel hier wohl vor Kurzem erst der Fall „Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern“ vs. „Tesla“ in Brandenburg.
Ob ich als demokratieliebender Bürger das nun gutheissen muss, lass ich an der Stelle mal unbeantwortet. Als jemand der beruflich eigentlich nur mit Großprojekten zu tun hat, kann ich die Verkürzung von Verfahrensdauern eigentlich nur begrüßen. Oftmals waren meine bisherigen Ausführungsbauprojekte von der ersten Idee her oft schon vor meiner Geburt erdacht worden. Und der Jüngste bin ich nun auch schon nicht mehr. Vielleicht denkt sich ja jetzt noch ein Entwurfsplaner mal ein Tunnelchen irgendwo aus, den ich noch vor meinem Renteneintritt abschließen kann? Sind ja nur noch 25 Jahre. Das wird sportlich.
Wirklich sportlich ist es derzeit für mich ja nicht wirklich. Meine eigentlich schon fast beendete Winterlaufpause hab ich ja vor mittlerweile 12 Tagen das letzte Mal unterbrochen und seitdem halte ich mich dran. #stayathome. Logisch, dass ich so natürlich auch meine eh schon deutlich verminderte #Laufplanungszielvorgabe für März verfehlt habe. Nur 63km im März. Das muss im April aber anders werden. Ich brauche wohl ein #Laufplanungszielumsetzungsgesetz. Meldet sich jemand freiwillig für den #Laufplanungszielumsetzungsgesetzarbeitskreis? Bei dem hätten wir zumindest mal mehr Buchstaben, als sich die Ideengeber dieser Headline ausgedacht haben!
Nimm das GroKo!

Festtage der Schäbigkeit

Die Überschrift hab ich vorhin auf Radio Eins vom Herrn Tennhagen gehört. Fand ich eine gute Umschreibung. Nachdem die deutsche Gesetzgebung im Angesicht der aktuellen Krise es ermöglicht hat, für in Not geratene Leute und Unternehmen die Mietzahlungen zu stunden und mit als Erstes sich Unternehmen meldeten, die bis vor Kurzem noch mit Milliardengewinnen glänzten, sollten diese Konzerne vielleicht doch nochmal überlegen, ob es so klug war, sämtliche bisherigen Werbe- und PR-Fachleute in die sofortige Kurzarbeit zu schicken oder ob es nicht besser gewesen wär, die nochmal kurz zu fragen, wie sich das auf das Image auswirkt. Das könnte ja eventuell nach der Krise wieder wichtig werden. Ich glaube nicht, dass sich das wieder so schnell richten lassen wird. So manch ein Kunde lässt sich doch auch von einem solchen Image noch Jahre später lenken.
So wie ich seit Jahren schon nicht mehr irgendwas bei Starbucks kaufen würde, weil die keine oder nur minimalistische Steuern zahlen. Apple-Produkte? No Go.
Amazonbestellungen? Nicht mit mir. Under Armour Sportklamotten? Würd ich ja nur zu gern, denn die haben meines Erachtens doch die stylischsten Sachen, aber deren Nähe zur amerikanischen NRA, kann ich denen einfach nicht verzeihen.
Nun kommen also auch noch Adidas und Puma auf die Liste? Deichmann und H&M sind mir egal, da hab ich bisher eh nie was gekauft. Die würden also meinen Boykott nicht wirklich spüren.
Nun könnte man sagen, dass es doch eine wirtschaftliche Notwendigkeit sei, auf die Kosten zu achten, um so die Arbeitsplätze auf die lange Sicht zu sichern. Ja klar doch, aber wenn man letztes 2 Mrd. Gewinn vermeldete, müsste doch jetzt, drei Monate später, doch noch etwas davon da sein, um so eine kurzzeitige Krise zu überstehen?! Die Mitarbeiterkosten sind eh schon reduziert bzw. dank Kurzarbeiterreglung an den Steuerzahler abgetreten worden. Wo bleibt denn dann noch das wirtschaftliche Risiko? Wo bleibt der eigene Beitrag zur Bewältigung der Krise, so wie er derzeit von jedem abverlangt wird?
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Hat ja nicht lang gedauert…. Kaum dass ich diesen Artikl hier online gestellt hab, lenkt der Sportkonzern auch schon wieder (teilweise) ein… „Private“ Vermieter bekommen natürlich ihre Miete. Bin ich ja beruhigt, dass Leute, die ihre Läden für monatlich hunderttausende von Euro in den Top-Lagen der deutschen Innenstädte vermieten, auch weiterhin ihre Almosen bekommen und nur die grossen Vermietungsfirmen Verständnis für Mietausfall zeigen müssen.

Es gibt wohl Wichtigeres…

Bereits schon vor einigen Wochen angemeldet und eigentlich für mich dieses Jahr als einer von nur zwei offiziellen Läufen gedacht (nachdem der Stuttgarter Lebenslauf sich entschieden hat, am gleichen Tag stattzufinden, wie mein obligatorischer Dabendorfer Herbstlauf) ist jetzt auch erwartbarerweise der Stuttgarter Firmenlauf im Mai abgesagt worden.
Firmenintern kam die Woche schon die Meldung, dass unser halbjährliches, in Teilen, geselliges Treffen im Juni auch schon auf ein unbestimmtes Datum verschoben wurde. Die Verschiebung von Olympia 2020 oder der Fußball-EM 2020 trifft mich nicht wirklich (hätte dies Jahr aufgrund zu wenig Trainingseinheiten vermutlich die Qualifikation eh nicht geschafft).
Mal schauen, wann der Papst verkündet, Ostern 2020 auf die Weihnachtsfeiertage zu verschieben.
Zur Zeit muss wohl alles im Kampf gegen den Virus zurückstehen.

Loch im Schuh – Ist Joggen jetzt gefährlich?

Ich bin ja nun schon seit 2 Wochen weg von der Baustelle und seitdem mehr oder weniger im Home Office im #stayawayofeverything-Modus, nur kurzzeitig unterbrochen von kurzzeitigen notwendigen und wohlüberlegten Supermarktbesuchen. Die jetzigen letzten Märztage hab ich tatsächlich noch Urlaub beantragt, statt im Home Office zu schuften. Der Resturlaub aus 2019 muss noch weg. Da hatte ich mir eigentlich überlegt: 14 Tage Selbstquarantäne, das reicht aus, um es verantworten zu können, jetzt zur Frau K. ins ostelbische D-Dorf zu fahren und ihr meine Anwesenheit für einige Tage zuzumuten. Mal rauszukommen für kurze Zeit aus der Innenstadtwohnung, wäre gar nicht mal so schlecht.
Heute morgen dann vermeldete dann der Gatte, dass er leichten Husten und ein Kratzen im Hals versprürt.
Nun wär das in normalen Zeiten zwar kein wirklicher Grund zur Panik und ehrlich gesagt ist es auch jetzt kein wirklicher Grund zur Panik, aber Frau K. und ich habe beschlossen, wirklich Null Risiko einzugehen. Ostelbien-Expedition erstmal für zwei Wochen verschoben. Dann schauen wir weiter.

Hab heute morgen von nem Pockenausbruch in Deutschland in den Sechzigern gelesen, bei dem man von einem 20m Sicherheitsradius ausgehen musste. Und in den diversen chinesischen Online-Medien liest man leider auch recht viel von zu geringen Sicherheitsabständen und Infektionen, die sich Passanten zugezogen haben beim bloßen Vorbeigehen an infizierten Leuten. Was kann man glauben?
Überall liest und hört man ja, dass man #socialdistancing betreiben soll und mindestens 1,5m weit weg von anderen Leuten bleiben soll. Aber wie sicher kann man sich sein, dass die Experten das später im Nachgang nicht wieder als zu wenig klassifizieren?

Die Frage „Kann man sich beim Joggen mit dem Virus infizieren?“ treibt den Gatten und demzufolge auch mich seit Längerem um. Also nicht, dass der Gatte jetzt der neue Jogger wird, aber er sorgt sich halt um mich. Das finde ich sehr nett von ihm und löblich noch dazu. Zeit-Online hat die Frage jetzt endlich mal beantwortet und ich glaube ziemlich erstmals in deutschen Medien auch darauf verwiesen, dass die blöden Viren auch durch die Luft übertragen werden können. Wenn auch noch mit dem Verweis darauf, dass die Chancen für das Überleben der Viren nicht sehr gross sind und Abstandhalten immer noch oberste Direktive ist.
Aber wie schlecht muss mein schlechtes Gewissen der Gesellschaft und dem Gatten gegenüber sein, wenn ich trotzdem gehe? Wie schlecht muss mein schlechtes Gewissen gegenüber dem Statistikkeller von Garmin sein, wenn die mir schon für die letzte Schritt-Challenge für meinen letzten Platz ein Loch in der Schuhlohle attestierten? Ich denke noch ein bisschen drüber nach.

#Stayathome-Depression

Am zweiten #Stayathome-Wochenende klären die Medien jetzt auch schon darüber auf, dass dieses Zuhausebleiben ja auch andere Schattenseiten haben kann. Für die katholische Kirche wird die Meldung aus anderen Ländern, dass die Sex-Spielzeug Industrie einen Umsatzboom vermeldet, mit blankem Entsetzen aufgenommen worden sein.
Auf der anderen Seite wird der daraus erwartete Babyboom in Zeiten einer alternden Gesellschaft hier in Europa wohl natürlich mit Freuden begrüsst werden. Bin sehr gespannt auf die Geburtenrate Ende des Jahres. Lustigerweise kamen aus deutschen Landen noch keine solchen Meldungen. Der Deutsche macht sowas nicht :-).
Nein, hier in deutschen Medien geht es eher darum, dass man sich nicht zu sehr im Kreise seiner Anverwandten und Lieben, mit denen man das Dach teilt, in die Haare bekommt und auf dass die Scheidungsrate zum Ende der Corona-Zeit nicht nach oben schnellt.
Man möge sich doch bitte nicht die Köpfe einschlagen. Hat man ja auch schon aus anderen Ländern gehört, dass dort die entsprechenden Meldungen häuslicher Gewalt nach oben gehen. Mal schauen, ob der Deutsche an sich auch dafür zu faul ist. Hoffen wir es mal.

Im Radio hab ich heute den schönen Satz einer Psychologin gehört: „Passivität ist der wirksamste Weg in die Depression“.
Irgendwie muss man sich wohl sonst noch beschäftgen, bevor einem die Decke auf den Kopf fällt. Man kann ja nicht nur Netflix und Co schauen, mit dem Partner wahlweise Sex haben oder sich prügeln.
Der Gatte hat da ein gutes Rezept: Er kocht gern (ich weiss, der Sex des Alters *g*). Heute meinte er, Kartoffel-Chips selber zu machen. Sehr lecker. Leider mag er das Kartoffelschälen nicht wirklich und so hatte ich auch gleich wieder ne Beschäftigung.
Kann man ja auch mal was zusammen machen.
Ausserdem spielt er noch gern Schach. Eigentlich ja mehr online, mit anderen, nicht mit mir, weil ich bin ja zu doof dazu [eigene Aussage], aber heute hab ich mich mal wieder hinreissen lassen bzw. ging die Initiative auch von mir aus. Und prompt wieder verloren. Wie immer halt.

Youtube ist auch ein wichtiges Ablenkungsmedium für ihn. Und da es dann meist auch chinesische Filme und Sendungen sind, die er da schaut, muss ich mich dann irgendwie ausklinken. Chinesische Kochsendungen kann ich irgendwie nicht ab, wenn ich lesen und Radio Eins hören will. Ein unverzichtbares Hilfsmittel daher: Köpfhörer! Für ihn und für mich :-). Nur manchmal ist das so spannend, dass ich ständig aufgefordert werde hinzuschauen…. heute mal, wie die junge Dame aus der Provinz Shaanxi Innereien wäscht und dann zubereitet. Die Dame hat übrigens bei ihren Kochvideos 175.000 Follower und stellenweise über 500.000 Klicks / Video.

Quo Vadis

„Quo Vadis“ – „Wohin gehst Du?“ Oder in meinem Fall „Wohin läufst Du, oder läufst Du überhaupt noch?“
Die Frage, die ich mir die Woche immer wieder gestellt habe:
Darf ich in Corona-Zeiten noch laufen gehen?
Die FAZ hat die Frage auch umgetrieben und beantwortet sie, mit „ja, aber…“
Gatte war die Woche ja dagegen und hat mich dann nur zähneknirschend ziehen lassen, nicht ohne die Belehrungen zu wiederholen, Abstand zu halten, und darauf zu verweisen, dass der Virus auch über die Luft übertragen werden kann, ohne dass man sich allzu sehr nahe kommt.
Was heisst Abstand halten? Erst sagten die Experten 1m, dann 1,5m, jetzt ist sehr oft von 2m die Rede. Ich glaube, die Experten wissen es einfach nicht, können oder wollen sich einfach nicht festlegen.
In den allermeisten neuen Ausgehregeln der Bundesländer und Kommunen wird Sport draussen ausdrücklich erlaubt, immer mit dem Verweis darauf, dass man ihn allein oder nur in sehr kleinen Gruppen macht.
Kommt mir entgegen. Ich laufe zwar auch ganz gern mal mit anderen, aber hauptsächlich ist „Laufen“ immer noch eine Sache für mich allein.

Home Office V

Der letzte Tag der ersten Home Office Woche is rum. Ging doch auch, ohne dass die Welt sich aufgehört hat zu drehen.
Jetzt bin ich schon seit Donnerstag letzter Woche im #socialdistancing Modus. Nur noch der Gatte um mich rum, der seit dieser Woche auch im HO ist. Und einmal im Supermarkt gewesen, immer drauf achtend, dass keiner einem zu nah kommt. Bei der Heimkehr wieder Händewaschen und Schuhsohle desinfizieren.

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Und natürlich ein bisschen laufen gehen.
Hab lang mit mir gerungen:
– Darf ich noch?
– Soll ich noch?
– Wie gross ist das Risiko.
Nachdem unser Ministerpräsident heute verkündet hat, dass man nur noch zu dritt rausgehen darf, hab ich noch kurz überlegt, wo ich die anderen beiden her bekomm, weil der Gatte will ja nicht laufen kommen.

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Im Kräherwald sind die Sport-Stationen (hier ein Archivbild vom vorletzten Jahr) auch gesperrt. Hängt ein Zettel dran: Aufgrund Corona geschlossen. Hat drei Sportler heute nicht wirklich gestört. Haben da trotzdem ihre Übungen gemacht. Hab sie dann mal alle weggeschickt und gleich zur Abschreckung alles abgerissen.
Ansonsten hat während des Laufens #socialdistancing gut funktioniert. Hab sogar gemerkt, dass auch andere Leute auf Abstand gingen. Und bei einigen Fussgängern bin ich dann kurzerhand eben einfach auf die Fahbahn ausgewichen. Autos werden schon bremsen und sozial Absandhalten.

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