Blog-Archive

Seehofer mag Putin

Seehofer mag auch Trump.
Heute mal wieder in der Onlinepresse zu lesen, dass der bayrische Ministerpräsident einen auf „gross“ macht und sich in die Weltpolitik einmischt. Die Sanktionen, die damals nach der Annexion der Krim gegen Russland verhängt wurden, mögen doch bitte zur Wirtschaftsförderung wieder aufgehoben werden. Und in den Kreis der G8 sollen sie auch schnellstmöglich wieder zurück. Dass Putin die Insel noch nicht wieder zurückgegeben hat, und wohl auch nicht vor hat, dies zu tun, scheissegal. Hauptsache, der Wirtschaft gehts gut.

Quelle: http://www.zeit.de/index
(Bild http://www.zeit.de)

Jetzt hat er auch noch seine Bewunderung für die Effektivität der Umsetzung der Wahlversprechen des neuen US-Präsidenten zum Ausdruck gebracht und ihn zu sich nach Bayern eingeladen.
Auch wenn er extra noch betont, dass er mit den Zielen nicht unbedingt übereinstimmt, verweist er darauf, dass in Deutsch­land in dieser Lage erst einmal „ein Ar­beits­kreis, eine Prüf­grup­pe und eine Um­set­zungs­grup­pe gebildet“ werden würden.
Auch wenn mir persönlich manchmal die Drögigkeit der deutschen Bürokratie auch auf den Geist geht, ist es doch gerade in solchen Fällen der Gefahr des Abdriftens eines ganzen Staates in das Vorstadium einer Diktatur, ein Segen, Arbeitskreise, Prüf- und Umsetzungsgruppen zu haben. Manchmal hilft es doch, ein wenig länger über Dinge nachzudenken.

„Deutschland könne es sich nicht leisten, sich gleich­zei­tig mit den USA, Russ­land und Groß­bri­tan­ni­en anzulegen.“

Doch, werter Herr Seehofer, Deutschland kann und sollte es, wenn es um die grundlegenden Dinge unserer Weltanschauung, unserer Demokratie, geht! Es ist nicht so, dass Deutschland hier auf der falschen Seite der Moral und letztendlich der Geschichte steht. Trump verlässt mit seiner Politik die Gemeinschaft der westlichen Welt, Großbritannien verlässt die Europäische Union, Putin hat mit seiner Ausweitungs- und Aggressionspolitik schon längst den moralischen Kompass verloren (von den innenpolitischen Entwicklungen, die er zu vertreten hat, ganz zu schweigen). Die Frage ist also auch, wer sich hier mit wem anlegt.
We didn´t start the fire.

Zum Glück beschränkt sich der Einfluss, den ein kleiner Provinzfürst auf die grossen Entscheidungen der Weltpolitik hat, auf ein Minimum.

Waffenstillstand

Nach Wochen der Reiseberichterstattung
(oder vielmehr Bildershow) nun wieder richtig zurück im Leben.


Vor einigen Tagen trafen sich vier wichtige Menschen, um einen Konflikt einzugrenzen, der nunmehr schon viel zu lange schwillt.

Ukraine.

OK, von Konflikt zu sprechen, ist wohl nicht richtig.

Krieg!

In vielen Artikeln wird noch immer von „Krise“ gesprochen. Ist glaube auch nicht das richtige Wort. Krise kann man haben mit dem Euro oder dem Finanzmarkt allgemein. Oder eine Lebenskrise. Dies setzt aber meist voraus, dass man diese Lebenskrise überlebt… In der Ukraine überlebt nicht jeder.

Krieg!

Da treffen sich also auf Einladung Weißrusslands die wichtigen Leute:

  • Hollande, als Vertreter einer Supermacht, die noch immer nicht gemerkt hat, dass sie schon lang keine mehr ist, falls sie jemals eine war. Aber wenn der Präsident schon im Inland bei der Wählerschaft nicht punkten kann, kann man das ja mal außerhalb versuchen.
  • Merkel, die nun lang genug getrieben wurde, diese Weltvermittlerposition einzunehmen und nun endlich diese Rolle versucht anzunehmen.
  • Putin, der selbstgefällige kleine Mann, der ja eigentlich lang genug versicherte, mit dem Konflikt nichts zu tun zu haben und der ja auch seine Soldaten eigentlich nie in die Ukraine geschickt hatte (machten ja nur Urlaub dort), in ähnlicherweise mit dem Problem behaftet, mit dem sich schon der Hollande rumschlägt: Wie bringe ich meinem Volk zu Hause bei, dass wir noch die Supermacht sind, die wir mal waren. Oder wie kommen wir da tatsächlich wieder hin?
  • Und der diktatorisch regierende Gastgeber Weißrusslands Lukaschenko, der sich so als großer Friedensstifter präsentieren darf, hat auch nicht vergessen, Herrn Poroschenko einzuladen, den ukrainischen Präsidenten. Der hat ja da auch noch Aktien drin.

Bei dem Gedanken an diesen Krieg am Rande Europas drängen sich mir einige Fragen auf.

  1. Was macht der französische Präsident dort? Hat er mit einer Arbeitslosenquote von 10,5% zu Hause nicht genug Probleme, als dass er sich jetzt im Ausland engagiert?
  2. Was treibt Merkel dazu, sich von ihrer bisher bekannten Position, nur Dinge aufzugreifen, die sie auch gewinnen kann, wegzubewegen?
  3. Was treibt Putin um??? Der, der immer leugnete, überhaupt was mit dem Konflikt (oder der Krise oder dem Krieg) zu tun haben. Wie kann dieser Mann sich erdreisten, in anderen Ländern Konflikte zu initiieren, Landesteile wider dem Völkerrecht zu okkupieren, sein großes Land in den Abgrund zu führen und wenn ihm noch mehr Gehirnwindungen abgehen, ggf. noch den Rest der bisher zivilisierten Welt gleich mit?
    Wann ist der kleine Mann zufrieden und welches Hobby sucht er sich anschließend? Will er am Ende seiner Amtszeit (die ja anscheinend nur mit seinem biologischen Ende einhergehen soll, falls er dieses nicht anderweitig umgehen kann) tatsächlich so eine Art
    faschistoides Stalinreich 2.0 hinterlassen, welches größer und toller ist als jede andere Nation auf der Welt (die noch nicht zuvor von ihm okkupiert wurde)?… Nach dem Motto
    „Ich hab den Größten!“
  4. Wer verhandelt eigentlich für die sogenannten Separatisten, wenn Putin nichts mit der Sache zu tun hat? Wieso können die nicht, wenn sie unbedingt Russen sein wollen, einfach auswandern und die allgemein anerkannten Grenzen der souveränen Ukraine einfach so belassen?
  5. Wieso musste sich die neue alleinige Großmacht NATO unbedingt so weit nach Osten ausdehnen, wenn man doch weiss, dass man verwundete Bären nicht reizen sollte?
  6. Und die Wirtschaftsmacht EU?
    Was treibt die um? Wieso müssen die sich unbedingt so weit ostwärts erweitern wollen? Jahrelang Russland als neuen Markt beschreien und Superprofite machen und jetzt setzen die alles aufs Spiel, nur um der NATO zu gefallen? Oder hat jetzt einzig die Rüstungsindustrie das Sagen und bestimmt den Kurs des Friedensnobelpreisträgers EU?
  7. Was treibt Poroschenko um, sein Land so in Gefahr zu bringen, sich der EU und der NATO anzubiedern, wenn er es sich doch als neutrale Mittelmacht / als Pufferzone zwischen den Großmachtstrebern Westen und Russland so bequem machen und so von allen Seiten profitieren könnte. So macht es die Schweiz zwischen Nord- und Südeuropa doch schon seit 1499 und fährt eigentlich ganz gut damit?!
  8. Wieso bekommt der Friedensnobelpreisträger Obama seine Falken inkl. der Rüstungsindustrie nicht in Griff und lässt sie nach Krieg schreien, dass es einfach nur noch als unerträglich widerlich zu bezeichnen ist? Riskiert er tatsächlich einen neuen kalten Krieg mit Russland und möchte so sein politisches Erbe schmücken?

Fragen über Fragen.

Kann man wirklich nur hoffen, dass die sich alle wieder einbekommen und ggf.
der Herr dann doch Hirn vom Himmel wirft.
Haltet den neuen Waffenstillstand ein und verhandelt, wenn´s sein muss,
bis zum Umfallen, für die große Lösung, mit der jeder zufrieden ist!
Schafft

Frieden!


Würde viel lieber wieder über Urlaub schreiben….

%d Bloggern gefällt das: